Edgar Moron: Rüttgers weiß nicht mehr wo vorne und hinten ist

Jürgen Rüttgers: der Olympiasieger im Zurückrudern

Herr Rüttgers ist völlig orientierungslos.

In seiner heutigen Pressekonferenz wurde der Oppositionsführer von seinem eigenen Populismus eingeholt. Im Sommerloch forderte er eine Generalsrevision der Hartz-Gesetzet. Heute erklärte er verschämt, so habe er das ja nicht gemeint. Auf drängende Journalistenfragen behauptet Rüttgers in seiner Pressekonferenz, die Hartz-Gesetze hätten SPD und Bündnis 90/Die Grünen gemacht, nicht er. Keine zwei Minuten später sagt der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende in derselben Pressekonferenz, es sei gut gewesen, dass die Unionsparteien hieran mitgewirkt hätten. Der Herausforderer von Ministerpräsident Steinbrück weiß nicht mehr, wo vorne und hinten ist.

Herr Rüttgers kennt das Land nicht, und er kennt seine eigene Partei nicht.

Rüttgers beklagt in seiner Pressekonferenz angeblichen Unterrichtsausfall zum Schuljahresbeginn und schimpft über die nordrhein-westfälische Schulpolitik. Im Kreis Wesel teilte die von der CDU gestellte Landrätin ausweislich der Presseberichterstattung vom heutigen Tage mit, dass alle Lehrerstellen an Grund- und Hauptschulen im Kreis Wesel besetzt sind. Für notwendigen Vertretungsunterricht stehen laut CDU-Landrätin ausreichend Stellen und Gelder zur Verfügung. Rüttgers verurteilt die nordrhein-westfälische Schulpolitik, sein schulpolitischer Sprecher in der CDU-Landtagsfraktion hat seiner Heimatstadt Ahlen für die Einrichtung von Offenen Ganztagsgrundschulen gesorgt. Und im Kreis Wesel ist seine Parteifreundin und Landrätin dankbar, dass sich viele Pädagogen zusätzlich für den Englischunterricht ab der dritten Grundschulklasse qualifiziert haben.

Herr Rüttgers liebt Nordrhein-Westfalen nicht.

In seiner Pressekonferenz wirft Rüttgers Ministerpräsident Peer Steinbrück vor, mehr Bundesmittel für Wissenschaft und Forschung gefordert zu haben. Das bedeutet: Herr Rüttgers will nicht, dass vom Bund vorgesehene Gelder für Bildung und Wissenschaft nach Nordrhein-Westfalen fließen. Offenbar interessiert sich der Herausforderer von Peer Steinbrück nicht für die Interessen des Landes, sondern nur für seine eigene Karriere. So wie er heute Bundeshilfen für NRW eine Absage erteilte, wollte er vor fünf Jahren mit dem unsäglichen Spruch "Kinder statt Inder" keine Spitzenkräfte für die Unternehmen unseres Landes anwerben. Herrn Rüttgers kümmern die Sorgen und Interessen unseres Landes nicht.