Bild-Interview mit dem NRWSPD-Landesvorsitzenden Harald Schartau

Harald Schartau im Gespräch
Harald Schartau im Gespräch mit Bürgerinnen

BILD:
Ihr Parteifreund Wolfgang Thierse zeigt viel Verständnis für die Montags-Demos gegen Hartz IV – Sie auch?

Schartau:
„Wenn sich der Bundestagspräsident an die Spitze der Protestbewegung stellt, halte ich das für falsch. Ich sage ein klares Nein zu allen, die Hartz IV aushebeln wollen."

BILD:
Die SPD liegt in allen Umfragen weit hinten, haben Sie die Kommunalwahl schon abgeschrieben?

Schartau:
„Ich brauche morgens keine Umfragen, um gute Laune zu bekommen. Wir können überall gewinnen, wenn wir kämpfen."

BILD:
Sie selbst betreiben sogar Häuserkampf…

Schartau:
„Ich mache Hausbesuche, gehe in Einkaufsstraßen und Schrebergärten. Mein Eindruck ist, die Stimmung wird besser."

BILD:
Aber wie viele Wähler erreichen Sie mit Hausbesuchen?

Schartau:
„Ich bin gerade allein in Köln 1100 Treppen rauf- und runtergelaufen. Eine Frau hat mir aus Mitleid sogar Wasser angeboten. Aber ich habe bei diesen Gesprächen auch die Möglichkeit, Dinge zu erläutern und Menschen ihre Ängste zu nehmen.“

BILD:
Immer mehr SPD-Politiker kritisieren die hohen Managergehälter. Wie ist Ihre Haltung dazu?

Schartau:
„Ich meine, dass die Manager aller Aktiengesellschaften, allen voran die Bosse der 30 DAX-Unternehmen, ihr Einkommen offen legen sollten. Die Wirtschaft muss Leistung und Einkommen wieder in einen direkten Zusammenhang bringen.“

BILD
Was halten Sie von der Forderung, die Rechtschreibreform wieder rückgängig zu machen?

Schartau:
„Ich schreibe doof weiter mit doppel ´o`"

Das Gespräch führten Klaus Kelle und Helmuth von der Gathen.