Westdeutsche Zeitung: Drei Fragen an Harald Schartau zu den Montagsdemonstrationen

Harald Schartau

Der NRW-Arbeitsminister und SPD-Landeschef Harald Schartau unterstreicht die Chancen für Langzeitarbeitslose, die Hartz IV ermögliche. Eindeutig lehnt er weitere Nachbesserungen oder gar eine Verschiebung des umstrittenen Reformpakets ab, das ab 1. Januar greifen soll. Er kritisiert die Haltung von CDU und PDS.

Westdeutsche Zeitung:
Herr Schartau, gehören die Montagsdemonstranten einer Volksfront an oder sind sie nicht vielmehr einfach Menschen, die Angst haben?

Schartau:
Mit dem Begriff Volksfront hat Gerhard Schröder die Scharlatane von der CDU gemeint, die alles mitbeschließen, und sich dann in die Büsche schlagen, und die Trittbrettfahrer der PDS, die alles beim schlechten Alten lassen wollen. Ich kann den Menschen, die sich Sorgen machen, nur sagen: Mit den Reformen gibt es erstmals große Chancen auf eine berufliche Perspektive.

Westdeutsche Zeitung:
Die Überschrift über das Reformpaket heißt: Fordern und Fördern. Wann wird gefördert?

Schartau:
Sehr schnell. Jeder Langzeitarbeitslose bekommt erstmals einen persönlichen Berater, ab Januar soll jeder unter 25 Jahren ein Arbeitsangebot bekommen, wir werden viele ansprechen, Arbeitsplatze zu schaffen – freie Träger ebenso wie Betriebe.

Westdeutsche Zeitung:
Wird an der Reform noch etwas geändert oder sie gar verschoben?

Schartau:
Verschoben wird sie auf keinen Fall, der 1. Januar steht. Auch die großen Nachbesserungen sind abgeschlossen. Sollte es im Detail bei der Umsetzung haken, werden wir uns natürlich nicht die Ohren zuhalten und entsprechend reagieren.

Quelle: Westdeutsche Zeitung