Jahresempfang Kunst und Kultur der NRWSPD 2004

"Kultur ist schön, macht aber viel Arbeit"

Rund 250 Kulturschaffende waren auf Einladung des Kulturforums der NRWSPD am 07.06.2004 in die Krefelder Fabrik Heeder gekommen um über Perspektiven einer erneuerten Landeskulturpolitik zu diskutieren und erste kulturpolitische Bausteine für das SPD-Regierungsprogramm 2005 zu entwickeln.

Auf dem anschließenden Kulturjahres-Empfang waren Ministerpräsident Peer Steinbrück und NRWSPD-Landesvorsitzender Harald Schartau zu Gast.
Harald Schartau betonte, dass die große Zahl der Teilnehmer an diesem zweiten „Jahresempfang für Kunst und Kultur“ der NRWSPD erkennen lasse, dass die Künstler und Kulturschaffenden hierzulande auf die SPD setzten und ein starkes Interesse daran hätten, mit den sozialdemokratischen Kulturpolitikern im Land und in den Kommunen kritisch ins Gespräch zu kommen. Er ermutigte die Anwesenden, sich noch intensiver in den Diskussionsprozess mit der NRWSPD einzuschalten und rief zur Gründung weiterer regionaler Kulturforen auf: „Regionale Kulturforen, die sich in vielen Bereichen unseres Landes inzwischen gegründet haben, wollen Lobby für die besondere Förderung von Kunst und Kultur vor Ort sein. Hier können sich Künstler/innen und Kulturschaffende artikulieren. Und schließlich sollen die Kulturforen auch das politische Engagement und das Eintreten für die soziale Demokratie der Künstler und Kulturschaffenden fördern. Als Landesvorsitzender der NRW SPD wünsche ich mir, dass sich noch wesentlich mehr solcher regionaler Kulturforen gründen als dies bisher schon der Fall ist.“

Ministerpräsident Peer Steinbrück beleuchtete in seiner Rede das Verhältnis von Künstlern und Politikern so wie von Staat und Kulturförderung, und entwickelte Perspektiven eines „Kulturland NRW in Europa“.
Auch Steinbrück hob hervor, dass „die Förderung von Kunst und Kultur eine Kernaufgabe des Staates“ sei. NRW nehme diesen Auftrag trotz notwendiger Sparmaßnahmen sehr ernst: „Trotz mancher finanzpolitischer Zumutungen stehen wir im Vergleich mit anderen Ländern der Bundesrepublik sehr gut da. (…) Wo sonst gibt es auf engstem Raum so viele professionelle Orchester, Musiktheater, öffentliche Theater, Kunstsammlungen, Kunstvereine und Galerien, so viele Festivals und Ausstellungen? (…) Es gibt in Nordrhein-Westfalen ein kulturelles Angebot, das für jede und jeden etwas bietet. Das ist kein Zeichen von Beliebigkeit, sondern dafür, wie ernsthaft und erfolgreich hier zu Lande das Wissen um die Bedeutung kultureller Vielfalt in die Wirklichkeit umgesetzt wird.“

Zur Geschichte des Kulturjahresempfangs
Im vergangenen Jahr fand der erste Jahresempfang mit der Staatsministerin im Bundeskanzleramt und Beauftragten für Angelegenheiten der Kultur und Medien, Frau Dr. Christina Weiss im Tanzhaus NRW in Düsseldorf statt. Inzwischen gibt es schon in einigen Unterbezirken regionale oder lokale "Kulturforen der Sozialdemokratie" für den kulturpolitischen Dialog. Sie sollen in der Kulturpolitik dazu beitragen, dass die SPD als offene, diskussionsfreudige Partei ihre Positionen diskursiv entwickelt und getroffene Entscheidungen offensiv vertritt. Diese Kulturforen sollen Orte der Begegnung von kulturell und politisch interessierten Menschen im weiten Umfeld der SPD sein.
Die Kulturforen der Sozialdemokratie wollen dazu beitragen, dass Kultur und Politik voneinander lernen: Künstler und Intellektuelle sind politisch, Politik gestaltet Rahmenbedingungen des kulturellen Schaffens. Für die Sozialdemokratie bietet das Kulturforum die Chance, über Grenzen der Partei hinaus Menschen anzusprechen, sich beraten zu lassen und wichtige Impulse aufzunehmen, während die Kulturschaffenden ihre (kultur)politischen Positionen in die Sozialdemokratie hineintragen könne.