Schröder in Dortmund: Die Sozialdemokraten sind gut für Europa

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat am Donnerstagabend in Dortmund mit einer eindrucksvollen Rede um die Unterstützung der Menschen für die SPD bei der kommenden Europawahl geworben. In der völlig überfüllten Westfalenhalle bekam Schröder viel Zustimmung von über 2500 Menschen, als er die Wahlkampfthemen der SPD erläuterte.

Der Bundeskanzler sagte, es gehe um Zukunftsgerechtigkeit. „Zukunft hat eine Basis. Diese Basis heißt Frieden.“ Es seien Sozialdemokraten gewesen, die immer gesagt hätten, dass Kriege niemals ein normales Mittel der Politik sein dürften. Schröder verwies auf die Haltung seiner Bundesregierung in der Irakfrage und sagte: „Es wird jawohl erlaubt sein, an dieser Stelle zu fragen, was denn passiert wäre, wenn die Konservativen zu der Zeit dieses Land regiert hätten.“ Wenn man wolle, dass mit der Friedensfrage auch in Zukunft so umgegangen werde, wie die Menschen in Deutschland das wollen, dann müsse man die Sozialdemokratie stärken.

Zukunftsgerechtigkeit bedeute auch, gerecht hier in Deutschland miteinander umzugehen. Dabei gehe es ganz zentral auch um Generationengerechtigkeit. „Wer bei Gerechtigkeit nur an die eigene Generation denkt, der springt zu kurz“, sagte Schröder. Man müsse heute dafür sorgen, dass auch Kinder und Kindeskinder eine faire Chance bekommen. Darum, so Schröder, müsse man den Weg der Reformen weitergehen. „Dafür brauchen wir Eure Unterstützung.“

Der Bundeskanzler sagte, bei Zukunftsgerechtigkeit gehe es auch um Fragen der Energiepolitik. Während Stoiber laut darüber nachdenke neue Atomkraftwerke zu bauen, habe die Bundesregierung schon lange auf einen vernünftigen Energiemix gesetzt. Mit der weiteren Förderung der Steinkohle und der Förderung regenerativer Energien mache man sich unabhängiger vom Ölpreis und mache außerdem eine zukunftsgerechte, weil umweltfreundlichere Politik.

Zum Abschluss seiner Rede appellierte Schröder noch einmal an alle Zuhörer, die vernünftigen Stimmen in Europa zu stärken und fuhr fort, „niemand wird es mir verübeln, wenn ich sage, dass es davon die meisten bei den Sozialdemokraten gibt“.