„Frieden ist der Gründungsmythos Europas“

"Das Zusammenleben in Frieden ist der zentrale Gedanke der europäischen Politik", sagte der Landesvorsitzende der NRWSPD Harald Schartau, vor rund tausend Teilnehmern der Kundgebung auf dem Aachener Friedensfest. Schartau betonte, dass es für die SPD nicht in Frage käme, "das Thema Frieden aus der Europawahl herauszulassen".
Es gehe darum "an einem Seil zu ziehen für ein Europa der Gerechtigkeit und der sozialen Verantwortung". Ziel sei "ein Europa der Menschen".

Das Aachener Friedensfest war das Ziel des von Münster startenden und durch mehrere nordrhein-westfälische Städte reisenden "Europa-Express" der NRWSPD. Zu den gut vierhundert Mitreisenden zählten auch prominente SPD-Politiker wie Ministerpräsident Peer Steinbrück, der Landesvorsitzende der NRWSPD Harald Schartau, Generalsekretär Michael Groschek, die Ministerin für Wissenschaft und Forschung, Hannelore Kraft und mehrere Europa-Abgeordnete aus Nordrhein-Westfalen.

"Die Europäische Union ist die Antwort auf das letzte Jahrhundert", sagte Martin Schulz, der SPD-Spitzenkandidat für die Europawahl am 13. Juni. Der europäische Kontinent sei durch die vergangenen Kriege "traumatisiert" worden. "Gründungsmythos" der Europäischen Union und ihrer Vorgängerorganisation sei der Frieden gewesen.

Zu Gast in Aachen war auch Karl-Heinz Lambertz, Ministerpräsident der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens. Es ist überzeugt, dass es nach dem Beitritt der zehn neuen Mitglieder in Europa "friedlicher und gerechter zugehen wird als jemals zuvor". Lambertz freut sich auf den gemeinsamen Europawahlkampf mit dem SPD-Spitzenkandidaten Martin Schulz.

Ministerpräsident Peer Steinbrück erinnerte "am Tag der Befreiung von Nationalsozialismus" und dem "Ende des Massenmordens" daran, wie selbstverständlich es heute sei, dass die Grenzen der europäischen Mitgliedsländer offen seien. Er gehöre der ersten Generation an, die "nicht in einem europäischen Krieg buchstäblich verheizt wurde".
Ziel sei es deshalb auch, Europa zu stärken als eine Gemeinschaft, die ihr Gewicht noch stärker für den Frieden in die Waagschale lege. Steinbrück sagte, die Haltung, die Frankreich, Russland und Deutschland zum Irakkrieg eingenommen hätten, sei richtig gewesen. Die Haltung der Oppositionsführerin gegenüber Washington hingegen bezeichnete Steinbrück als "devot".

Steinbrück zitierte Willy Brandts Worte "es wächst zusammen was zusammen gehört". Diese Worte seien auch auf Europa gemünzt gewesen. Wichtig sei es, Europa nicht nur als eine Wirtschaftsgemeinschaft zu begreifen, sonder als eine Wertegemeinschaft. "Ich bin froh, Mitglied das alten Europa und dieser Wertgemeinschaft zu sein".
Steinbrück unterstrich sein Interesse daran, das "europäische Sozialstaatsmodell durchzusetzen".

Zuletzt warb er für Unterstützung beim Europawahlkampf der SPD-Kandidaten. "Die machen einen guten Job", so Steinbrück.

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