Europäische Krankenversicherungskarte – Jutta Haug MdEP begrüßt baldige Einführung

Jutta Haug
Jutta Haug

Ab dem 1. Juni 2004 wird die europäische Krankenversicherungskarte in den meisten Staaten der Europäischen Union eingeführt. Die nordrhein-westfälische Europaabgeordnete Jutta Haug, Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Verbraucherpolitik, hält die Karte für längst überfällig: "Der Zugang zur Gesundheitsversorgung im Ausland wird nun endlich leichter!"

Einige Mitgliedsstaaten – insbesondere Länder ohne eigene Krankenversicherungskarte – haben zwar eine Übergangsphase bis Ende 2005 beantragt. Spätestens dann aber wird die Karte in der ganzen Europäischen Union benutzt werden können. Neben Deutschland werden Belgien, Frankreich, Luxemburg, Spanien, Griechenland, Irland, Schweden, Dänemark und Finnland bereits im Juni vorlegen. Von den am 1. Mai beitretenden neuen Mitgliedstaaten werden Slowenien und Estland sich den Vorreitern anschließen. Das gleiche gilt für Norwegen, das Mitglied der Europäischen Freihandelszone ist.

Mit der Karte werden alle Papiervordrucke ersetzt, die bei einem vorübergehenden Aufenthalt in einem anderen Mitgliedstaat nötig waren. Bis jetzt mussten immer Vordrucke beantragt werden. Mit der neuen Krankenversicherungskarte ist dies nicht mehr erforderlich.
"Bricht sich ein deutscher Urlauber in Brüssel das Bein, kann er gegen Vorlage der Krankenversicherungskarte behandelt werden – das berühmte Formular E 111 ist für diesen Fall hinfällig geworden", so Jutta Haug.
Neben der Reduzierung des bürokratischen Aufwands soll aber auch eine beschleunigte Kostenerstattung einhergehen. Ein wesentlicher Vorteil ist, dass Probleme durch unvollständige oder unleserliche Vordrucke nicht mehr auftauchen.

Wer in Deutschland eine europäische Krankenversicherungskarte haben will, muss sich an den zuständigen Sozialversicherungsträger wenden. Dort kann man genauer erfahren, wie die Ausgabe erfolgen soll. Anspruch darauf hat jeder, der bei einem sozialen Sicherungssystem versichert ist und Anspruch auf Behandlung hat.

Allerdings muss beachtet werden: die Karte gilt nur für unmittelbar erforderliche medizinische Versorgung. Sie gilt nicht für Personen, die sich entschieden haben, eine Behandlung in einem anderen Land durchführen zu lassen. Dafür ist nach wie vor die vorherige Zustimmung des Versicherungsträgers erforderlich.

"Die neue Karte ist ein Stück gelebtes soziales Europa", freut sich Jutta Haug.