Geschlechtergerechtigkeit ist unser Maßstab

Collage zum internationalen Frauentag

Geschlechtergerechtigkeit ist unser Maßstab!

Geschlechtergerechtigkeit
bedeutet, eine gerechte Verteilung von Macht und Verantwortung zwischen den Geschlechtern zum Grundprinzip der Modernisierung unserer Gesellschaft zu erheben.

Geschlechtergerechtigkeit
schließt eine geschlechtergerechte Umgestaltung des Arbeitsmarktes und einen geschlechtergerechten Umbau der Sozialsysteme ein. Eines unserer Ziele ist daher, mit den Sozialpartnern nach Wegen zur Verwirklichung der gleichen Entlohnung von Männern und Frauen für gleiche und gleichwertige Arbeit zu suchen und im öffentlichen Dienst für mehr Geschlechtergerechtigkeit durch Neustrukturierung des Bundesangestelltentarifs zu sorgen.

Geschlechtergerechtigkeit
erfordert auch Steuergerechtigkeit. Deshalb fordert die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen seit langem die Umgestaltung des Ehegattensplittings zugunsten von Maßnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Abschaffung der diskriminierenden Steuerklasse V.

Geschlechtergerechtigkeit
bedeutet mehr Karrierechancen für Frauen unabhängig vom Familienstand und der Familiensituation. Deshalb wollen wir eine Politik, die Frauen den Zugang zu den Chefetagen in der Privatwirtschaft öffnet. Wie verschlossen die Türen noch sind, hat die Bilanz 2003 der zwischen der Bundesregierung und den Wirtschaftsverbänden abgeschlossenen Vereinbarung zur Chancengleichheit von Männern und Frauen in der Privatwirtschaft gezeigt.

Geschlechtergerechtigkeit
erfordert Anstrengungen, um das Berufswahlspektrum von jungen Frauen zu verbreitern und sie für Studien- und Ausbildungsgänge der naturwissenschaftlichen und technischen Berufe zu gewinnen sowie Förderinstrumente für Existenzgründungen so zu gestalten, dass sie den spezifischen Anforderungen von Frauen, vor allem im Dienstleistungsbereich, entsprechen. Schließlich wollen wir auch dafür sorgen, dass der Frauenanteil an Hochschulen und Einrichtungen von Wissenschaft und Forschung weiter deutlich gesteigert wird.

Geschlechtergerechtigkeit
verlangt bessere Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ein wichtiger Schritt ist das vier Milliarden Euro schwere Investitionsprogramm "Zukunft Bildung und Betreuung", mit dem die Bundesregierung die Länder beim flächendeckenden Auf- und Ausbau des schulischen Ganztagsangebots unterstützt. Der zusätzlich geplante Ausbau der Einrichtungen für Kinder unter drei Jahren ab 2005 hat zum Ziel, bis zum Jahr 2010 ein bedarfsgerechtes Angebot für alle Altersgruppen bereitzustellen. Dies wird dazu beitragen, die Frauenerwerbsquote entsprechend dem auf europäischer Ebene vereinbarten Ziel auf über 60 Prozent zu steigern.

Geschlechtergerechtigkeit
ist ein Gebot der Rechtssetzung der Europäischen Union, das bei der Umsetzung von drei noch in der Beratung befindlichen Richtlinien im Arbeits-, Sozial- und Zivilrecht in nationales Recht zu beachten ist.

Geschlechtergerechtigkeit
setzt die Einführung von Unisex-Tarifen für die privat finanzierte Aufstockung der gesetzlichen Rentenversicherung in Form der „Riester-Rente" voraus. Da alle gesetzlichen Sozialversicherungssysteme grundsätzlich geschlechtsneutral gestaltet sind, darf auch die staatlich geförderte Vorsorge keinen anderen Maßstab anlegen.

Geschlechtergerechtigkeit
erfordert die Anwendung des Gender-Mainstreaming-Prinzips, das die Situation beider Geschlechter prüfend in den Blick nimmt, um Veränderungsstrategien zu entwickeln. Dabei sind auch bestimmte Zielvorgaben wie Quoten in Betracht zu ziehen. Darüber hinaus sind Maßnahmen der herkömmlichen Frauenförderung und Gleichstellungspolitik unerlässlich, um Benachteiligung abzubauen. Das neu gegründete Gender-Kompetenzzentrum an der Humboldt-Universität in Berlin hilft Politik, Wirtschaft und allen, die sich informieren wollen, ihre Gender-Kompetenz zu stärken.

Geschlechtergerechtigkeit
ist eine Solidargemeinschaft zwischen Frauen und Männern. Sie eröffnet auch Männern neue Chancen. Risiken wie Arbeitslosigkeit, Krankheit und Invalidität sind zu zweit leichter zu schultern.