NRW hat die Weichen richtig gestellt

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Die heute vorgestellte ergänzende Länderauswertung der internationalen Grundschul–Lese-Untersuchung IGLU) hat weniger gravierende Unterschiede zwischen den Bundesländern hervorgebracht, als einen Aspekt hervorgehoben, der bereits im Ergebnis der "PISA – Studie" von Bedeutung war. Nämlich den engen Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Bildungsniveau.
Die dadurch erkennbare Bildungsbenachteiligung von Migrantenkindern macht besondere Aufmerksamkeit für die Integrationspolitik notwendig.

Heute kommen über 20 % aller SchülerInnen in NRW aus zugewanderten Familien. Durch den Anteil von Kindern aus MigrantInnen-, Aussiedler- und binationalen Familien bei den Geburten der letzten Jahre wird in Zukunft jedes dritte Kind, das in NRW einen Kindergarten oder die Schule besucht, einen Migrationshintergrund haben. Die Zukunft unseres Landes ist interkulturell.

Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass die zentrale Aufgabe der Migrations- und Integrationspolitik die Verringerung sozialer Benachteiligung, d.h. die Herstellung sozialer und gesellschaftlicher Chancengleichheit ist.

Integration und Bildung beginnt im Kindergarten
Kindertagesstätten haben einen grundlegenden Bildungs- und Erziehungsauftrag für die Persönlichkeitsbildung unserer Jüngsten. Der Kindergarten ist die erste Einrichtung, die auch Kinder aus Zuwandererfamilien umfassend erreicht. Deshalb bietet sich dem Kindergarten die große Chance, interkulturelles Lernen aller Kinder und die sprachliche und soziale Integration der Kinder sowie deren Eltern aus Zuwandererfamilien zu fördern.

Für junge MigrantInnen ist ein frühzeitiger Erwerb der deutschen Sprache von herausragender Bedeutung. Wenn Kinder von MigrantInnen bereits mit guten deutschen Sprachkenntnissen eingeschult werden, verbessert dies ihre Chancen auf schulischen Erfolg und eine offenere Lebensplanung.

Jüngsten Zahlen zufolge besuchen inzwischen 90% der Kinder von MigrantInnen in NRW einen Kindergarten. Dies macht Mut und zeigt, dass die MigantInnen in NRW die Notwendigkeiten erkannt haben. Und es ist ein Zeichen dafür, dass die Integrationspolitik in Nordrhein-Westfalen greift.

Die Elementarerziehung hat eine zentrale Vorbereitungsfunktion für zukünftiges Lernverhalten. Gerade im Vorschulbereich können bereits Weichenstellungen hinsichtlich der Sprach-, Verstehens- und Problemlösungskompetenz sowie sozial emotionalen Herangehensweise eingeübt werden.

„Die nordrhein-westfälische Landesregierung hat viele richtige Projekte auf den Weg gebracht“, erklärt die Kölner Bundestagsabgeordnete Lale Akgün.

Schule: Chancengleichheit schaffen
Die schulische Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund wird sich nicht von selbst lösen.

Die Landesregierung in NRW hat den richtigen Weg eingeschlagen und viele richtige und wichtige Projekte der schulischen und vorschulischen Bildung auf den Weg gebracht.

·Sie hat die vorschulische Förderung aufgewertet und mit den Trägern der Kindertagesstätten eine Bildungsvereinbarung geschaffen.

·Sie hat die vorschulische Sprachförderung flächendeckend ausgebaut.

·Sie hat Sprachkurse im Vorschulalter für Kinder mit Defiziten im deutschen Sprachgebrauch bereits vor zwei Jahren eingeführt. Allein in 2002 wurden rund 1.600 Maßnahmen zur vorschulischen Sprachförderung für rund 11.000 Kinder angeboten. In diesem Jahr stellt das nordrhein-westfälische Schulministerium sogar fünf Millionen Euro für die vorschulische Sprachförderung zur Verfügung. Davon profitierten und profitieren insgesamt rund 33.000 Kinder in etwa 3.200 Gruppen.

Auch die Bundesregierung hat die richtigen Prioritäten in der Bildungspolitik, indem sie beispielsweise mit dem 4 Mrd € – Programm zur Ausweitung der Ganztagsbetreuung die schlechte Versorgung mit qualifizierter Betreuung in ganz Deutschland verbessert.
Nordrhein-Westfalen macht mit diesen Geldern genau das Richtige, indem es sich hierbei auf den Grundschulbereich konzentriert.

„Die Studie, die Ergebnisse des Jahres 2001 darstellt, bestätigt die NRWSPD darin, dass die seither ergriffenen Maßnahmen genau die richtigen Zielgruppen in den Fokus genommen haben. Deshalb sind wir zuversichtlich, dass zukünftige Untersuchungen gerade bei Kindern mit Migrationshintergrund bessere Ergebnisse erzielen werden“, so Britta Altenkamp, MdL und migrationspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion.