Mehr Profil für die NRWSPD

wdr.de:
Herr Groschek, die SPD befindet sich momentan in einer schwierigen Situation. Die Landtagswahlen in Bayern, Hessen und Niedersachsen wurden verloren und die Reformen kommen nur schleppend in Gang. Was will, was muss die SPD auf dem Bundesparteitag erreichen?

Michael Groschek:
Auf dem Bundesparteitag muss deutlich werden, dass die breite Mehrheit der Partei hinter dem Reformkurs steht. Genauso deutlich muss unser nordrhein-westfälischer Ansatz werden, die soziale Zeichensetzung deutlicher zu präsentieren. Deshalb haben wir einen eigenen Antrag für den Bundesparteitag entwickelt, der überschrieben ist "->Deutschland braucht ein Leitbild Gerechtigkeit1". Dafür werden wir kämpfen. Dafür werden wir uns einsetzen auf dem Parteitag.

wdr.de:
Mit diesem Leitantrag präsentieren Sie einen eigenen Reformentwurf. Ich sage nur: Riester-Rente für alle, gesetzliche Krankenversicherung auch für alle. Gehen die Reformideen der Bundespartei nicht weit genug?

Michael Groschek:
Wir werden am Freitag (14.11.03, Anm. d. Red.) entscheiden, ob wir unseren Antrag aufrecht erhalten, oder ob hinreichend viele Aspekte unseres Antrages in den Antrag des Bundesvorstandes übernommen wurden. Wir gehen davon aus, dass wir auf jeden Fall einen Antrag beschließen, der eine politische Kampagne im Jahr 2004 unter der Überschrift "Soziale Gerechtigkeit" startet. Wir müssen deutlich machen, dass wir Bündnispartner werden wollen für die vielen sozialen Bewegungen – von den traditionellen, wie Kirchen und Gewerkschaften, bis hin zu den neuen sozialen Bewegungen der Globalisierungskritik -, dass wir selbst wieder stärker soziale Bewegung sein müssen.