Harald Schartau sucht Schulterschluss mit den Gewerkschaften

Der Chef der NRWSPD, Harald Schartau, fordert die Vorsitzenden der Gewerkschaften auf, trotz aller Differenzen über die Reform-Agenda 2010 das Gespräch mit der SPD zu suchen.

"Die SPD und die Gewerkschaften dürfen sich nicht über ihre Differenzen auseinander entwickeln", sagte Schartau zur WAZ. "Jede Seite weiß doch im Grunde sehr genau, dass es ohne die andere Seite nicht geht." Zwischen SPD und Gewerkschaften gebe es viele gemeinsame Interessen.

"Beide Seiten sollten sich darüber verständigen, wo, wie und unter welchen Rahmenbedingungen neue Arbeitsplätze entstehen können. Wir müssen auch darüber reden, in welchen Zukunftsfeldern Investitionen stattfinden müssen", so Schartau. Gesprächsbedarf gebe es zudem zum Flächentarifvertrag: "Die Gewerkschaften sollten aufhören, die schon jetzt praktizierten Abweichungen vom Flächentarifvertrag unter den Tisch zu kehren. Der Tarifvertrag ist nur dann sicher, wenn die Tarifvertragsparteien betriebliche Abweichungen regeln und wie selbstverständlich handhaben."

Es müsse ferner darüber geredet werden, "wer sich um die Arbeitsbedingungen der zunehmenden Zahl von Menschen kümmert, die aus der Arbeitslosigkeit in die neue Selbstständigkeit wechseln". Auch über den Strukturwandel gebe es Gesprächsbedarf.

 Von Ulrich Horn , WAZ Düsseldorf