Landwirtschaft in NRW: Zukunftsfähig im 21. Jahrhundert

Bernhard Daldrup vor Gemüsestand

Nordrhein-Westfalen ist nicht nur Industrieland, sondern auch in hohem Maße landwirtschaftlich geprägt. In den Mittelgebirgsregionen, im Lipperland und Münsterland sowie am Niederrhein prägen die Bauerhöfe mit den bewirtschafteten Flächen die Landschaft, die Einheimische und Touristen begeistert. Die leistungsfähige Landwirtschaft in NRW trägt in hohem Maße zur Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen Lebensmitteln bei.
Die SPD als NRW-Partei will die Landwirtschaft im Land auf ihrem Weg in den größer werdenden europäischen und weltweiten Wettbewerb unterstützen, fördern und fordern.

„Unsere Landwirtschaftspolitik bringt nicht konventionelle und ökologische Landwirtschaft gegeneinander in Stellung, sondern orientiert sich an den Verbraucherinteressen und will die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft in NRW dauerhaft sichern und ausbauen. Landwirtschaft und die ihr vor- und nachgelagerten Betriebe sichern in erheblichem Umfang Arbeitsplätze in NRW“, fasst Bernhard Daldrup die insgesamt acht Kapitel des Positionspapiers zusammen.

Die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe unter Berücksichtigung der Märkte für landwirtschaftliche Erzeugnisse in einem gemeinsamen Binnenmarkt und einem zunehmend freier werdenden Weltmarkt ist nur zu erreichen, wenn ihre Orientierung an den Verbraucherinteressen erfolgt – dies ist die Maxime des Positionspapiers.

Bernhard Daldrup und Babette Winter leiten den Arbeitskreis „Gesunde Ernährung, sichere Lebensmittel und zukunftsfähige Landwirtschaft“, in dem Fachleute aus Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Politik eng zusammenarbeiten. Als Ergebnis des Arbeitskreises und des Fachkongresses „…Von der Ladentheke aus..“, den die NRW SPD am 5. April in Münster durchführte, wurde das Positionspapier vorgelegt. Es soll Grundlage für die weitere politische Arbeit und Basis für Gespräche mit betroffenen Verbänden und Organisationen sein. Es ist das Ziel, auf dem nächsten ordentlichen Landesparteitag einen Antrag zur Landwirtschaftspolitik zu verabschieden.

„Unsere Position ist von der Auffassung getragen, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern und sie nicht durch zusätzliche Vorschriften zu behindern. Sie ist aber von Besitzstandswahrung weit entfernt.“ So Daldrup und Winter.

Eckpunkte des Papiers:

  • Wir setzen auf moderne Produktionsmethoden und eine umweltgerechte Produktion, die die Vielfalt von Landwirtschaft und Landschaft sichert.
  • Wir wollen vergleichbare Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft in NRW, damit sie nicht unter Wettbewerbsverzerrungen im Welthandel und der Gemeinsamen Agrarpolitik leidet.
  • Wir wollen mehr freiwillige Kooperation von Staat und Landwirtschaft statt Verordnungen und mehr Anerkennung der Landwirtschaft für ihre Leistungen zur Sicherung von Natur und Landschaft.
  • Wir wollen eine tierschutzgerechte Haltung von Nutztieren. Allerdings sind wir gegen Auflagen, die die Produktion im internationalen Wettbewerb soweit benachteiligt, dass sie unter schlech-teren Bedingungen ins benachbarte Ausland getrieben wird. Wir unterstützen die Entwicklung von Impfstoffen, um bei Krankheiten auf Massentötungen weitgehend verzichten zu können.
  • Wir wollen bei der Anwendung der grünen Gentechnologie das Vorsorgeprinzip und die Kenn-zeichnungspflicht nach strengen Maßstäben durchsetzen.
  • Wir wollen eine effizientere Förderung erneuerbarer Energien, besonders der Biomasse (Holz, Stroh, Ganzpflanzen, Biogasanlagen.
  • Wir wollen mehr Ökobetriebe durch gleichrangige Förderung von Angebot und Nachfrage nach Ökoprodukten. Daher streben wir eine Gründungsoffensive zur Absatzförderung ökologisch produzierter und verarbeiteter Waren an.
  • Wir wollen eine Vereinheitlichung der Siegel und die Anhebung des EU-Ökostandards auf die schärferen deutschen Bestimmungen, um heimische Ökobetriebe vor nicht vergleichbaren Bedingungen zu schützen.