Ministerpräsidenten billigen neue Ferienregelung der Kultusministerkonferenz

Familie am Strand

Die Ministerpräsidenten der 16 Bundesländer haben heute auf ihrer Sitzung in Berlin die neue Sommerferienregelung, die die Kultusministerkonferenz am 12. Juni in Rostock beschlossen hatte, gebilligt. Damit stehen die neuen Sommerferientermine für die Jahre 2005 bis 2010 endgültig fest. Ministerpräsident Peer Steinbrück zeigte sich nach dem Beschluss sehr zufrieden: "Wir haben innerhalb weniger Wochen erreicht, dass sich alle Bundesländer auf neue Ferientermine geeinigt und dabei sowohl pädagogische als auch wirtschafts-, verkehrs- und umweltpolitische Aspekte berücksichtigt haben. Das Resultat ist eine Ausdehnung des gesamten Ferienzeitraumes im Sommer und gleichzeitig eine bürgerfreundliche Regelung, die vor allem in Nordrhein-Westfalen auf große Zustimmung gestoßen ist." Gemeinsam mit seiner schleswig-holsteinischen Amtskollegin Heide Simonis hatte Ministerpräsident Steinbrück auf der Ministerpräsidentenkonferenz am 27. März den Stein zur Überarbeitung der Ferienregelung ins Rollen gebracht.

Die neue Sommerferienregelung sieht vor, dass alle Länder bzw. Ländergruppen über einen mehrjährigen Zeitraum schrittweise mal früher und mal später in die Sommerferien starten. Nur Bayern und Baden-Württemberg bleiben regelmäßig am Ende des Ferienzeitraumes, sind dafür aber mit ihren Terminen bis weit in den September gerückt.

Die neue Regelung bedeutet für NRW, dass der Beginn der Sommerferien bis 2007 Jahr für Jahr ein Stück nach vorn gezogen wird und von 2008 an dann wieder nach hinten rückt. "Die neuen Termine haben wir als Ausgangsbasis genommen und die so genannten kleinen Ferien, über die jedes Bundesland in eigener Zuständigkeit entscheiden kann, ebenfalls neu festgelegt," teilte Schul- und Jugendministerin Ute Schäfer mit. "Unser Ziel war dabei, endlich eine Ferienregelung aus einem Guss zu bekommen, in der die pädagogischen Aspekte mit den verständlichen Wünschen vieler Bürger und der Tourismusbranche weitgehend in Einklang gebracht werden. Wenn ich an die Rückmeldungen aus den meisten Eltern- und Lehrerverbänden denke, dann glaube ich, dass uns dies gelungen ist."

In NRW wird es demnach bis 2010 bei zweiwöchigen Oster- und Herbstferien bleiben, wobei die Herbstferien wieder deutlich früher, nämlich in der Regel Ende September, Anfang Oktober beginnen werden. "Gerade die Herbstferien bilden somit eine gute Alternative für Familien, abseits der Sommer-Hauptsaison gemeinsam Urlaub zu machen."

Um den Schulen möglichst zwei gleich lange Schulhalbjahre zu ermöglichen, werden künftig die Halbjahreszeugnisse flexibel ausgegeben – das heißt, je nach Beginn der Sommerferien, zwischen Mitte Januar und Mitte Februar.

Wissenschaftsministerin Kraft: Mit den Schulferien werden auch die Semesterferien angepasst

Nachdem die Ministerpräsidenten der Länder die von der Kultusministerkonferenz vorgeschlagene Neuregelung der Sommerferientermine für die Jahre 2005 bis 2010 gebilligt haben, kündigte Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft in Düsseldorf an, auch die Semesterferien an den nordrhein-westfälischen Hochschulen neu auszurichten. Die Vorlesungszeiten sind in Absprache mit den Hochschulen vom Wissenschaftsministerium bis 2005 festgelegt. Ministerin Kraft: "Wir werden nun umgehend in Gespräche mit den Hochschulen eintreten, um einvernehmlich eine familienfreundliche Semesterferienregelung für die Jahre von 2005 an zu vereinbaren."