Ministerpräsident Steinbrück und Minister Schartau werben gemeinsam mit der Wirtschaft für mehr Ausbildung

Harald Schartau und Peer Steinbrück während der Veranstaltung 100 Tage Maßarbeit für Ausbildung am 29. 04. 03
Ministerpräsident Steinbrück und Minister Harald Schartau im Gespräch mit der Moderatorin Daniela Milutin.
Pressegespräch 100 Tage Maßarbeit für Ausbildung am 29. 04. 03
Pressegespräch aus Anlass des Auftaktveranstaltung. Mit dabei waren Schülerzeitungsredakteure aus ganz NRW.
Harald Schartau mit Auszubildender während der Veranstaltung 100 Tage Maßarbeit für Ausbildung am 29. 04. 03
Denise Passens berichtet Minister Harald Schartau von ihrer fiktiven Firma. Denise ist Realschülerin und hat in einem Projekt eine Skateboard-Firma gegründet. Sie erhielt dafür eine Auszeichnung.

Mit einer großen Auftaktveranstaltung in Oberhausen haben heute NRW-Ministerpräsident Peer Steinbrück und NRW-Wirtschafts- und Arbeitsminister Harald Schartau die Aktion „100 Tage Maßarbeit für Ausbildung in NRW“ gestartet. Die gemeinsame Aktion der Landesregierung und der Partner im Ausbildungskonsens – das sind neben der Landesregierung die Organisationen der Wirtschaft, die Gewerkschaften, die Arbeitsverwaltung und die Kommunen in NRW – wirbt für eine stärkere Ausbildungsbereitschaft bei den Betrieben und um mehr Flexibilität in der Berufswahl bei den Jugendlichen. Es folgen landesweit zahlreiche Veranstaltungen. Ministerpräsident Steinbrück sagte zur Eröffnung: „Wir wollen alle im Land für das Thema ‚Ausbildung’ mobilisieren, denn wir brauchen in diesem Jahr eine große zusätzliche Kraftanstrengung Aller, um unser gemeinsames Ziel zu erreichen, allen Jugendlichen, die einen Ausbildungsplatz suchen, auch einen anbieten zu können.“

Im Rahmen der Aktion „100 Tage Maßarbeit für Ausbildung“ werden Ministerpräsident Steinbrück und Minister Schartau vor allem Betriebe besuchen. Schartau ist bereits am morgigen Mittwoch in drei Betrieben im Ruhrgebiet, um dort mit den Ausbildungsverantwortlichen ins Gespräch zu kommen. Bei seinen Terminen vor Ort wird er auch für zusätzliche Ausbildungsplätze werben. Zur Aktion gehören auch Veranstaltungen in allen Regionen des Landes, wie z.B. Ausbildungsbörsen, Informationsveranstaltungen, Bewerbertrainings, Ausbildungsmessen, Infotage für Betriebe, die noch nicht ausbilden, Trainingsangebote für Jugendliche, um einen Ausbildungsabbruch zu vermeiden, und vieles mehr.

Das Wirtschafts- und Arbeitsministerium hat unter www.massarbeit-ausbildung.nrw.de Tipps und Informationen für Jugendliche und Unternehmen zusammen gestellt. Hier sind nicht nur alle relevanten Ausbildungsplatzbörsen zu finden, sondern auch Antworten auf Fragen wie: Wie findet man den richtigen Ausbildungsplatz? Wer hilft bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz weiter? Wie bewerbe ich mich richtig? Warum soll ich ausbilden? Wer darf ausbilden? Wie finde ich den richtigen Auszubildenden? Wo gibt es Beratung und Unterstützung? Außerdem stehen hier die Termine für Veranstaltungen in NRW, die die Partner im Ausbildungskonsens rund um das Thema Ausbildung anbieten.

Zu der Veranstaltung waren sowohl Schülerinnen und Schüler eingeladen, die einen Ausbildungsplatz suchen, als auch Betriebe und Unternehmer. An die Jugendlichen appellierte Arbeitsminister Schartau: „Schaut Euch um und nutzt alle Möglichkeiten, Euch zu informieren! Eine berufliche Ausbildung ist das A und O für einen erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben. Seid offen auch für solche Berufe, die Euch im ersten Moment nicht zusagen! In der Gastronomie zum Beispiel gibt es erstaunliche Aufstiegschancen und es ist viel leichter, auch einmal im Ausland zu arbeiten.“

Schartau erinnerte daran, dass Ausbildung ureigenste Aufgabe der Wirtschaft sei. „Eines ist klar: Ausbildungsplätze kann nur die Wirtschaft bereit stellen. Dort, wo wir es können, verbessern wir die Rahmenbedingungen. Einiges haben wir bereits auf den Weg gebracht. Dazu zählen die Verbesserungen in den Lehrplänen der Fächer Deutsch, Mathematik, Naturwissenschaften und Fremdsprachen. Hiermit wollen wir die Jugendlichen besser auf die spätere Berufsausbildung vorbereiten. Für Jugendliche, die bereits jetzt zusätzliche Förderung brauchen, wollen wir gemeinsam mit den Partnern Angebote machen, die die Jugendlichen in ihrer Freizeit wahrnehmen können. Außerdem schaffen wir neue Modelle für eine stufenweise, differenzierte Ausbildung, um auch theorieschwachen Jugendlichen eine Berufsausbildung zu ermöglichen. Bei meinen Besuchen vor Ort bin ich offen für Kritik. Ich erwarte aber auch konstruktive Lösungsvorschläge“, so der Minister.

Steinbrück und Schartau unterstrichen die Bedeutung des dualen Berufsausbildungssystems in Deutschland, das international eine große Anerkennung erfährt. Schartau: „Zu diesem dualen System gehört es, dass die Wirtschaft für die Ausbildung verantwortlich ist. Sie sorgt dadurch für ihren eigenen Fachkräftenachwuchs. Wer hier aussteigen will, und eine Ausbildungsabgabe fordert für Betriebe, die nicht ausbilden, der schiebt die Verantwortung an den Staat weiter. Der Vorteil des dualen Systems ist es, dass die Wirtschaft und die Gewerkschaften als Vertreter der Arbeitnehmerseite die Modalitäten der beruflichen Ausbildung festlegen. Wer aus dem dualen System aussteigen will, hat es nicht mehr in der Hand, welche Berufsausbildung es gibt und welche Inhalte gelernt werden müssen. Dies kann nicht im Sinne der Unternehmen sein.“