Bulmahn kündigt Ausbildungsplatzoffensive an

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Mit Kreditangeboten für neue Lehrstellen durch das Programm „Kapital für Arbeit“ und den Abbau bürokratischer Hemmnisse wird Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn den Weg für mehr Ausbildungsplätze freimachen. Sie kündigte am Donnerstag in Berlin eine Ausbildungsoffensive an. „Die Bundesregierung macht den Weg für mehr Lehrstellen frei“, betonte Bulmahn.

Die Bundesregierung reagierte auch auf die schwierige Ausbildungsplatzsituation in den neuen Bundesländern: Zwischen Bund und Ländern wurde die vereinbarte Absenkung auf maximal 12.000 zu fördernde Ausbildungsplätze für 2003 ausgesetzt. „Wir werden auch in diesem Jahr 14.000 zusätzliche Ausbildungsplätze finanzieren“, erklärte Bulmahn.

In der kommenden Woche werden Bundesbildungsministerin Bulmahn und Bundesarbeitsminister Wolfgang Clement die Eckpunkte für eine weitergehende Ausbildungsplatzoffensive gemeinsam vorstellen. Die Ministerin teilte mit, dass sie derzeit entsprechende Gespräche mit Sozialpartnern führe. Außerdem seien Aktionen mit den Bundesländern und der Bundesanstalt für Arbeit geplant.

Wirtschaft in der Pflicht
Bulmahn verwies angesichts des derzeitigen Rückgangs an betrieblichen Ausbildungsplätzen auf die Pflicht der Unternehmen: „Es kann und darf auf Dauer nicht sein, dass nur ein Drittel aller Unternehmen überhaupt ausbilden“, sagte die Ministerin. Die Wirtschaft trage für ein ausreichendes Ausbildungsangebot die Hauptverantwortung. Aus demographischen Gründen soll die Zahl der Ausbildungsplatzsuchenden gegenüber 2002 um 1,5 Prozent auf 603.000 steigen.

Auf den Start einer neuen Ausbildungsplatzoffensive 2003 hatten sich Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn, der Präsident des Deutschen Industrie und Handelskammertages (DIHK), Ludwig Georg Braun und Michael Sommer, Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gemeinsam Ende Januar 2003 verständigt.

Bundesregierung erleichtert betriebliche Ausbildung

Die SPD-geführte Bundesregierung wird die betriebliche Ausbildung erheblich erleichtern. Die sogenannte Ausbildungseignungsverordnung soll dafür bereits zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres 2003/2004 für fünf Jahre ausgesetzt werden. Nach Ansicht von Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn könnten auf diese Weise järlich bis zu 20.000 Betriebe diese Chance zusätzlich zur Schaffung von mehr Lehrstellen nutzen. „Eine einfachere Prüfung der Ausbildungseignung schafft neue Stellen“, betonte Bulmahn am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung in Berlin.

Die Regelungen

Nach bestehenden Regelungen müssen Betriebe, die Lehrlinge ausbilden, besondere berufs- und arbeitspädagogische Kenntnisse in einem Lehrgang nachweisen.
Künftig soll in den nächsten fünf Jahren auf den Nachweis der Ausbildereignung verzichtet werden. Bestehen bleibt jedoch der Nachweis der Handwerkskammer.

Der Zeitplan
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit bereitet eine entsprechende Novellierung der Handwerksordnung vor. Das Bundeskabinett unter Leitung von Bundeskanzler Gerhard Schröder wird am 14. Mai 2003 darüber beschließen. Im August diesen Jahres soll dann die Aussetzung der Verordnung in Kraft treten.