Neues BAföG: „Run auf die Hochschulen“

Edelgard Buhlman, Portrait

Eine klare Trendwende in der Ausbildungsförderung hat die Bundesregierung mit der im April 2001 in Kraft getretenen BAföG-Reform erreicht. Das geht aus dem aktuellen BAföG-Bericht hervor, den Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn am Mittwoch in Berlin vorgestellt hat. „Das neue BAföG hat bei vielen jungen Menschen die positive Entscheidung für ein Studium erst ermöglicht und einen wahren Run auf die Hochschulen ausgelöst“, erklärte die Ministerin. Nach den jüngsten Daten liegt der Anteil der Erstsemester im Jahr 2002 bei 35,6% und stieg damit im Vergleich zum Jahr 1998 um 8 Prozentpunkte.

Mehr Chancengleichheit
Vor allem Jugendliche aus Familien mit geringen Einkommen haben durch die spürbare Erhöhung der Bedarfssätze und die Begrenzung der Rückzahlungsverpflichtungen auf 10.000 Euro wieder. 2001/2002 stieg die Anzahl der Geförderten bundesweit um 58.000 auf 302.000. Damit erhalten 25% der Studierenden in der Regelstudienzeit BAföG. Bei den Fachhochschülerinnen und Fachhochschülern stieg diese Zahl um 30.000 auf 164.000. 44,5% der Studierenden erhalten jetzt den Höchstsatz. Im Vergleich dazu waren es 1998 nur 33,7%. Als „besonders erfreulich“ bezeichnete es Bulmahn, dass die Zahl der geförderten Deutschen im Ausland nach der BAföG-Reform um 16% gestiegen ist. „Das zeigt, dass immer mehr Studierende die Möglichkeit der BAföG-Förderung im EU-Ausland nutzen. Damit erreichen wir endlich die notwendige Europäisierung auch in diesem Stipendiensystem“, erklärte die Bundesbildungsministerin.

Hohes Förderniveau beibehalten
Insgesamt erhöhte die Bundesregierung die Mittel für Ausbildungsförderung von 1,044 Mrd. Euro im Jahr 2001 auf 1,267 Mrd. Euro im letzten Jahr. Die Bundesbildungsministerin will dieses hohe Förderniveau beim BAföG auch in Zukunft beibehalten.