Schul- und Jugendministerium setzt neue Schwerpunkte beim Zeitbudget

Das Schul- und Jugendministerium in Nordrhein-Westfalen wird durch eine Neuverteilung von Stellen Haupt-, Gesamt- und Sonderschulen mit insgesamt 523 weiteren Stellen unterstützen. Dafür werden die 1300 Stellen aus dem so genannten Zeitbudget, die Schulen bisher für verschiedene Aufgaben befristet zugewiesen worden waren, neu gewichtet und auf künftig vier zentrale Felder konzentriert.
"Wir wollen mit der Konzentration unserer Ressourcen erreichen, dass vor allem leistungsschwachen Schülerinnen und Schülern und solchen mit Migrationshintergrund geholfen werden kann", betonte Schul- und Jugendministerin Ute Schäfer. "Auch wenn wir den Schwerpunkt unserer Anstrengungen auf den Beginn des Lernens konzentrieren, also auf den Kindergarten und die Grundschule, so dürfen wir doch jene Jugendliche nicht allein lassen, für die eine entsprechende Weichenstellung im Elementar- und Primarbereich zu spät kommt."

Vom kommenden Schuljahr an, werden die Stellen aus dem Zeitbudget in folgende vier Bereiche eingesetzt:

Für die zusätzliche Sprachförderung in den Klassen fünf und sechs, die im Schuljahr 2001/2002 begonnen wurde, werden den Hauptschulen 370 Stellen (bisher 240 Stellen) und den Gesamtschulen 208 Stellen (bisher 150 Stellen) zur Verfügung gestellt.
Für das Projekt "Betrieb und Schule", das ebenfalls seit dem Schuljahr 2001/2002 läuft, werden an den Hauptschulen 150 Lehrerstellen (bisher 120), an den Gesamtschulen 45 (bisher 35) und an den Sonderschulen 20 Stellen zur Verfügung gestellt.
100 Stellen erhalten die Sonderschulen zur gezielten Förderung der Berufsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern mit Lern- und Entwicklungsstörungen.
Die Hauptschulen in NRW erhalten die Möglichkeit, zusätzlich 250 sozialpädagogische Fachkräfte einzustellen, und somit ihre Erziehungsarbeit zu stärken.
Alle Stellen aus dem Zeitbudget sind zeitlich befristet – auch die der Sozialarbeitskräfte an Hauptschulen. Neben diesen vier Schwerpunkten gibt es eine Stelle aus dem Zeitbudget für die zweite Phase des INIS-Projektes an Gymnasien, vier Stellen für das Projekt Abitur-Online an Weiterbildungskollegs und rund 150 Stellen für das Modellvorhaben "Selbstständige Schule". Alle anderen bisherigen Fördermaßnahmen aus dem Zeitbudget laufen aus.

"Wir müssen uns auf wesentliche Aufgabenfelder konzentrieren", erläuterte Ute Schäfer die Entscheidung. "Dazu gehört zweifellos die Absicht, das Fundament des Lernens zu stärken, aber auch soziale Benachteiligungen abzubauen und für mehr Chancengleichheit zu sorgen. Diesen Zielen dient die neue Zuweisung der Zeitbudgetstellen."

Die befristete Einstellung von sozialpädagogischen Fachkräften soll insbesondere jenen Hauptschulen ermöglicht werden, die bisher noch über keine Sozialarbeitskraft verfügen. Außerdem werden die Bezirksregierungen gebeten, bei der Zuweisung von Stellen aus dem Zeitbudget Schulen in "Stadtteilen mit besonderem Erneuerungsbedarf" vorrangig zu berücksichtigen.

Das so genannte Zeitbudget war 1996 beschlossen worden. Es war als ein Stellenpool gedacht, aus dem Schulen gezielt für besondere Aufgaben unterstützt werden können. So waren Stellen aus dem Zeitbudget in den vergangenen Jahren unter anderem zur Entwicklung der Schulprogrammarbeit oder zum Aufbau einer Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern eingesetzt worden.