Irak: Clinton und Albright für friedliche Lösung

Dass Bushs Politik gegenüber dem Irak auch im eigenen Land nicht unumstritten ist, ist bekannt. Jetzt haben sich mit Hillary Clinton und Madeleine Albright zwei hochrangige Politikerinnen für eine friedliche Lösung ausgesprochen.

Sofern die UN-Waffeninspektionen zu verlässlichen Ergebnissen führten, seien diese einem Krieg vorzuziehen, sagte die Senatorin Hillary Clinton am Montag bei der Besichtigung eines Rüstungsbetriebs in Watervliet im US-Staat New York. Auch die ehemalige Außenministerin Madeleine Albright forderte Präsident George W. Bush auf, mit einem Angriff auf Irak noch zu warten.

Clinton sagte weiter, die Regierung in Washington habe noch nicht genug dafür getan, die amerikanische Öffentlichkeit und den Rest der Welt von der Notwendigkeit eines Kriegs gegen Irak zu überzeugen. Statt schnell einen Krieg zu beginnen, sollten die USA sich erst um mehr internationale Unterstützung bemühen. Notfalls sei sie aber auch dafür, nur mit Großbritannien und einigen weiteren Verbündeten in den Krieg gegen Irak zu ziehen, sagte die Frau von Expräsident Bill Clinton.

Die Option der militärischen Gewaltanwendung müsse für den Fall offen gehalten werden, "dass wir wieder nur Ausflüchte und Mehrdeutigkeiten von ihm (dem irakischen Präsidenten Saddam Hussein) bekommen", erklärte die demokratische Politikerin. Dies sei ein sehr heikler Balanceakt.

Als Reaktion auf Clintons Erklärung bekräftigte ein Sprecher Bushs, dass noch keine Entscheidung über einen möglichen Krieg gefallen sei. Bush werde seine diplomatischen Bemühungen fortsetzen, sagte Sprecher Ken Lasaius. Die Fortschritte bei den UN-Inspektionen seien auf den "Druck des US-Präsidenten und der Koalition der Willigen" zurückzuführen, fügte er hinzu.

Albright erklärte auf einer Frauenkonferenz in Washington am Montag, der militärische Aufmarsch in der Golfregion habe zu neuen UN-Inspektionen und der Zerstörung von El-Samud-2-Raketen geführt. "Wir erreichen wirklich etwas", sagte sie. "Der Präsident sollte es sich als Verdienst anrechnen, dass sie abrüsten." Eine Alternative zum Krieg könnten noch strengere Inspektionen sein. So könnten Einrichtungen, die Irak den UN-Inspektoren nicht öffnen wolle, bombardiert werden – ähnlich wie amerikanische und britische Kampfflugzeuge in den so genannten Flugverbotszonen Raketenstellungen und ähnliche Militäreinrichtungen angriffen.

Albright sagte, Bush habe mit seiner Irak-Politik antiamerikanische Gefühle im Ausland verstärkt. "Es muss einen Weg geben, dass zu tun, was wir wollen, ohne alle gegen uns aufzubringen", sagte sie. Ihre Sorgen vor einem Krieg bedeuteten keine Sympathien für Saddam Hussein. "Ich denke, Saddam Hussein ist ein furchtbarer Diktator. Mir tut das irakische Volk leid."