Ministerin Birgit Fischer: Kein Kölsch für die Kleinen, kein Alt für die Jungen!

Foto: Ulrich Otte, Düsseldorf Marketing & Tourismus GmbH

„Karneval mag noch so spaßig sein – der übermäßige Konsum von Alkohol ist eine bitterernste Sache! Wer meint, sich an den tollen Tagen mit Bier und Schnaps ins Koma bringen zu müssen, ist wirklich jeck! Überhaupt keinen Spaß verstehe ich allerdings, wenn ich mitbekomme, dass während des Straßenkarnevals Alkohol an Kinder und Jugendliche ausgeschenkt wird. Die Devise muss vielmehr heißen: Kein Kölsch an die Kleinen, kein Alt an die Jungen!“ Dies sagte NRW-Gesundheitsministerin Birgit Fischer mit Blick auf die bevorstehenden „tollen Tage“.

„Ich appelliere an alle Erwachsenen, auf die Kinder und Jugendlichen in ihrem Umfeld zu achten“, so die Ministerin weiter. „Und die Gastwirte erinnere ich an ihre Verpflichtung, mindestens ein alkoholfreies Getränk anzubieten, das weniger kostet als das preiswerteste alkoholhaltige Getränk.“ Jugendliche seien durch Alkohol besonders gefährdet, so die Ministerin weiter, „Studien im Auftrag meines Hauses haben offengelegt, dass 13 Prozent der 15- bis 17-Jährigen bereits Erfahrungen mit Alkoholmissbrauch haben.“

„Danke, ich möchte (jetzt) nicht“, lautet daher das Motto einer landesweiten Kampagne gegen Alkoholmissbrauch. Sie wirbt für einen selbstbestimmten und problembewussten Umgang mit Alkohol. Gesundheitsministerin Birgit Fischer: „Ich möchte gerade Jugendliche dazu ermutigen, zu sagen: Danke, mir reichts.“ Zu groß sei die Gefahr, dass sich aus dem bloßen Ausprobieren von Alkohol eine Abhängigkeit entwickele.

Landesweit acht Sucht-Aktionswochen werden sich deshalb im Laufe des Jahres insbesondere mit dem Thema „Alkohol“ beschäftigen. Geplant sind sie im Kreis Recklinghausen, in Düsseldorf, in den Kreisen Coesfeld, Borken und Aachen, Kamen/Bergkamen, in Herford sowie im Märkischen Kreis. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert diese Aktionswochen mit 300.000 Euro.

Während der Karnevalszeit planen die Suchtberatungsstellen darüber hinaus zusammen mit den kommunalen Jugend-, Schul- und Gesundheitsämtern gezielte Aktionen gegen übermäßigen Alkoholkonsum, die sich vor allem an Kinder und Jugendliche richten. Hierzu gehören zum Beispiel das Projekt „Tanzen ist schöner als Torkeln“ in Bergisch Gladbach und die Kampagne „Keine Kurzen für die Kurzen“ in Köln. In Mönchengladbach nehmen Mitarbeiter der Suchtprävention gar mit einem eigenen Wagen am Karnevalszug teil.

In Nordrhein-Westfalen wird die Zahl der Alkohol missbrauchenden Menschen auf etwa zwei Millionen und die Zahl der Alkoholabhängigen auf etwa 400.000 geschätzt.