SPD-Presse: Vor siebzig Jahren von den Nazis verboten

Zum 70. Jahrestag des Verbots der sozialdemokratischen Zeitungen, des Beginns von Besetzung, Plünderung und Enteignung der sozialdemokratischen Betriebe durch die nationalsozialistischen Regierungen in Preußen und danach im gesamten Deutschen Reich erklärt die Schatzmeisterin der SPD, Inge Wettig-Danielmeier:

„Den Reichstagsbrand in der Nacht vom 27. zum 28. Februar 1933 nutzt die nationalsozialistische Regierung unter Hermann Göring in Preußen zum Verbot aller SPD-Zeitungen, sodass am 28. Februar 1933 zum letzten Mal sozialdemokratische Zeitungen erscheinen können. Viele erreichen ihre Leser nicht mehr, da die Auslieferung durch Beschlagnahmen behindert wird.

Der NS-Regierung Preußens folgt die Hitler-Regierung des Reiches mit der Notverordnung zum „Schutz von Volk und Staat", die die Pressefreiheit außer Kraft setzt. Innerhalb weniger Tage verschwindet die sozialdemokratische Presse im restlichen Reichsgebiet.
Am 10. März müssen als letzte SPD-Zeitungen die „Bremer Volkszeitung" und die „Stuttgarter Tagwacht" ihr Erscheinen einstellen.

Dem Ausschalten der SPD-Presse folgt die Besetzung der Betriebe am 2. Mai 1933 und ihre Liquidation zugunsten des Staates und der NSDAP.

Mit der Zerstörung der SPD-Presse schalteten die Nazis ihren wichtigsten Gegner im ersten Monat ihrer Herrschaft aus. Weitere Aktionen zur Unterdrückung demokratischer Freiheiten folgten danach Schlag auf Schlag."