Frauenministerin Birgit Fischer: Beratung ist oft der Einstieg in den Aufstieg

„Frauen sind heute so gut ausgebildet und selbstbewusst wie nie zuvor. In Ausbildung und Beruf haben sie dennoch längst nicht die gleichen Chancen wie ihre männlichen Kollegen. Einen wichtigen Beitrag, um berufliche Barrieren für Frauen aus dem Weg zu räumen, leisten die 46 Regionalstellen ,Frau und Beruf’. Die Beratung dort bedeutet für Frauen nicht selten den Einstieg in den Aufstieg.“ Dies sagte die nordrhein-westfälische Frauenministerin Birgit Fischer anlässlich der Bewilligung von fast vier Millionen Euro für die Arbeit der Regionalstellen „Frau und Beruf“ in Nordrhein-Westfalen.

Ministerin Birgit Fischer weiter: „Wir wollen den Arbeitsmarkt stärker für Frauen öffnen und ihnen neue Berufsfelder und qualifizierte Ausbildungs- und Arbeitsplätze erschließen. Denn Frauen konzentrieren sich immer noch auf wenige frauentypische Berufe.“ Leider gelte noch immer die Regel: Je mehr Technik, desto weniger Frauen.

Zu selten arbeiteten Frauen bis heute in Führungspositionen, so die Ministerin weiter, und im Schnitt verdienten sie ein Viertel weniger als Männer. Auch unter Selbständigen seien Frauen in der Minderheit. Als selbstverständlich gelte vielmehr nach wie vor, dass in erster Linie Frauen für die Haus- und Familienarbeit zuständig sind. „Chancengleichheit stellt sich nicht von selbst her“, sagte Frauenministerin Birgit Fischer. „Deshalb ist Frauenförderung auch längst nicht aus der Mode gekommen.“

85.000 Frauen haben sich im Jahr 2002 mit Hilfe der 46 Regionalstellen „Frau und Beruf“ informiert und qualifiziert. Mädchen haben Tipps zur Berufswahl und zur Lebensplanung bekommen, Erwachsene wurden insbesondere über die Chancen zum beruflichen Aufstieg, zum Wiedereinstieg in den Beruf nach einer Familienphase und zur Existenzgründung beraten. Die Regionalstellen arbeiten dabei eng mit Arbeitsämtern, Kammern, Unternehmen und Schulen zusammen.

Frauenministerin Birgit Fischer: „Nordrhein-Westfalen hat als erstes Bundesland bereits 1988 mit der Einrichtung von Regionalstellen ,Frau und Beruf’ begonnen und damit Wirtschaftsförderung und Frauenförderung verbunden“. Fast 60 Millionen Euro haben Landesregierung und Europäische Union seitdem für die Arbeit der Regionalstellen bereit gestellt. „Seitdem ist die Zahl der Frauen, die sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, in Nordrhein-Westfalen um mehr als 300.000 auf gut 2,4 Millionen gestiegen“, so die Ministerin weiter. Die Zahl der selbständigen Frauen habe sich in NRW innerhalb von zehn Jahren um 62 Prozent erhöht – von 116.300 (1990) auf 188.000 (2001). Frauenministerin Birgit Fischer: „Ohne die Arbeit der Regionalstellen ,Frau und Beruf“ wären solche Erfolge sicherlich nicht denkbar.“

Weitere Informationen über die Regionalstellen Frau und Beruf können im Internet über www.frau-und-beruf-nrw.de abgerufen werden.