Ministerin Ute Schäfer: Mittel des Bundes geben Rückenwind für die Offene Ganztagsgrundschule in NRW

Die Ankündigung der Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Edelgard Bulmahn, das Investitionsprogramm zur Schaffung von 10.000 Ganztagsschulen in diesem Jahr zu realisieren, stößt in Nordrhein-Westfalen auf große Zustimmung. „Mit dieser Initiative können wir nun an die konkreten Planungen zur Umsetzung herangehen“, so Schul- und Jugendministerin Ute Schäfer. „Wir wurden von zahlreichen Kommunen bereits gebeten, für eine rasche und unbürokratische Weitergabe der Bundesmittel zu sorgen. Das können wir nun tun.“

In Nordrhein-Westfalen werden mit den für die Jahre 2003 bis 2007 insgesamt zur Verfügung stehenden Mitteln in Höhe von rund 914 Millionen Euro jene Grundschulen, die eine Offene Ganztagsgrundschule werden wollen, die erforderlichen Umbaumaßnahmen beginnen können. In einem ersten Schritt bekommt Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr 68 Millionen Euro. Geplant ist, dass die Mittel in den nächsten Jahren in einem Stufenplan den Schulträgern gegeben werden. Gefördert werden sollen neben Neubaumaßnahmen insbesondere Renovierungs-, Umbau- und Ausbaumaßnahmen sowie Ausstattungsinvestitionen. Die Ministerin begrüßte besonders, dass der Bund den Ländern die Verteilung der Mittel überlässt. Damit können länderspezifische Bedingungen beachtet werden. Ein Kriterienkatalog für die Vergabe wird derzeit von Fachleuten erarbeitet.

„Auch die Schulen, die erst in zwei oder drei Jahren eine Offene Ganztagsgrundschule werden können oder wollen, werden Bundesmittel erhalten. Erforderlich ist aber ein ganzheitliches pädagogisches Konzept, denn wir wollen ja nicht nur umbauen, sondern auch ein pädagogisch anspruchsvolles Angebot für unsere Kinder schaffen“, so die Ministerin.

Das Ziel von Schul- und Jugendministerin Ute Schäfer ist es, in Nordrhein-Westfalen bis zum Jahr 2007 an rund 2500 Grundschulen ein Ganztagsangebot für etwa ein Viertel der Grundschüler, also etwa 195.000 Kinder, aufzubauen. Neben den nun gewährten Bundesmitteln für bauliche Maßnahmen werden pro Kind und pro Jahr 1230 Euro für zusätzliches Personal zur Verfügung gestellt. Das Land trägt zwei Drittel, die Kommunen ein Drittel der Kosten. Möglich wäre im Schuljahr 2003/2004 die Einrichtung von bis zu 300 Ganztagsgrundschulen für rund 22.000 Kinder. Unter dem Dach der Ganztagsgrundschule arbeiten Lehrer, qualifiziertes Personal aus Horten, aus dem Bereich der Jugendhilfe und weitere Professionen zusammen. Die Offene Ganztagsgrundschule ist an fünf Werktagen von 8 bis 16 Uhr und – bis auf die Betriebsferien – auch in der unterrichtsfreien Zeit geöffnet.