Versprochen – gehalten: Mehr als „30 unter 40“

"30 unter 40" hat die SPD vor der Wahl versprochen, und sie hat es geschafft. 37 der SPD-Abgeordneten sind zwischen 26 und 40 Jahren alt und bilden künftig die Gruppe der jungen Abgeordneten "Youngster". Vor vier Jahren umfasste die "Youngster"-Gruppe nur 36 Mitglieder. Jetzt ist es eine Person mehr geworden, obwohl die Fraktion durch die Bundestagsverkleinerung und die Stimmenverluste deutlich kleiner geworden ist. 1998 stellte die junge Gruppe 12 Prozent der Fraktion, in dieser Wahlperiode sind es 15 Prozent. Dies ist ein großer Erfolg, der besonders hoch einzuschätzen ist, da es Regierungsparteien nur sehr selten gelingt, sich derart eindrucksvoll zu erneuern und zu verjüngen.

Die junge Generation wird sich in dieser Legislaturperiode deutlich zu Wort melden müssen. Denn die anstehenden Reformen, vor denen die rot-grüne Regierung steht, brauchen eine starke Unterstützung in der Fraktion. Die Forderungen, die die jungen Abgeordneten des Netzwerks Berlin in ihrem Papier "Heute für Reformen kämpfen" aufgestellt haben, müssen bei den Koalitionsverhandlungen eine Rolle spielen.

Bei den dringend benötigten Reformen des Arbeitsmarktes und bei der Umsetzung der Vorschläge der Hartz-Kommission wird entschlossenes Handeln benötigt. Denn es gibt keine Chance für eine Politik der Nostalgie, die eine mühelose Rückkehr in die idyllische Welt von Vollbeschäftigung und sozialstaatlicher Rundumversorgung suggeriert.

Ein Schwerpunkt der Reformen muss das Vier-Milliarden-Programm "Bildung und Betreuung" sein. Denn die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine zentrale Aussage unseres Wahlkampfes gewesen und hat entscheidend zu unserem Wahlerfolg beigetragen. Insbesondere die junge Generation konnte mit dem verstaubten Frauen- und Familienbild des Kandidaten Stoiber nichts anfangen.