Über 9000 Menschen feiern Gerhard Schröder in Aachen

Publikum während der Wahlkampfveranstaltung in Aachen am 13. 09. 02Ulla Schmidt und Gerhard Schröder während der Wahlkampfveranstaltung in Aachen am 13. 09. 02

Aachen am Freitagabend. Abenddämmerung über dem Katschhof. Über 9000 Menschen haben sich in der Europastadt zwischen Dom und Rathaus zur Kundgebung mit Gerhard Schröder versammelt. Aachen ist bereits die vierte Station von Bundeskanzler Schröder in dieser Woche in NRW.
Bereits seit 18 Uhr hat ein buntes Programm für gute Stimmung gesorgt. Die „Alkuin Kids“, eine 18-köpfige Kinderband und die Cover-Band „Captain Moonlight“ stimmten musikalisch auf die Kundgebung ein. Karl Heinz Lambertz, Dietmar Nietan (MdB), Josef Olesky (Bürgermeister von Lüttich und Minister aus der Wallonie) und Dr. Christoph Zöpel (MdB) betonten in der anschließenden Talkrunde die Bedeutung Europas für Aachen und die Region.

Um 20.10 Uhr ist es dann so weit: Gerhard Schröder ist da. Die 9000 bereiten ihm, Gesundheitsministerin Ulla Schmidt und dem NRWSPD-Vorsitzenden Harald Schartau einen triumphalen Einmarsch. Überall „Dranbleiben, Gerd!“-Plakate und natürlich auch in Aachen die „Ich wähle Doris‘ ihren Mann seine Partei“-Transparente.

Harald Schartau ruft die Aachener auf, in der letzten Woche vor der Wahl noch einmal alles zu mobilisieren und für Gerhard Schröder und die SPD zu werben. Und in Richtung des Unionskandidaten sagt Schartau: „Herr Stoiber, in NRW können sie Erfahrungen sammeln, wie man eine Wahl verliert. Die NRWSPD ist in den letzten Wochen wie Phönix aus der Asche gekommen. Nun brauchen wir noch eine Woche harter Arbeit, damit wir ans Ziel kommen. Für Stoiber ist in diesem Land kein Blumentopf zu gewinnen.“

Gesundheitsministerin Ulla Schmidt erinnert daran, warum die Kohl-Regierung vor vier Jahren abgewählt wurde: „Weil sie die höchste Staatsverschuldung hinterlassen und die höchste Arbeitslosigkeit verursacht hatte. 4 Jahre sind nicht genug, um 16 Jahre Reformstau in Ordnung zu bringen.“

Dann endlich betritt Gerhard Schröder unter dem tosenden Applaus der Zuschauer das Rednerpult.
Sein erstes Thema an diesem Abend: die Flutkatastrophe in Deutschland und anderen Staaten Europas. Der Sinn für Gemeinsinn, der sich gezeigt habe, müsse erhalten bleiben. Die Schäden und die damit verbundenen finanziellen Anstrengungen müssten jetzt ausgleichen werden, und nicht erst später zulasten kommender Generationen. Die Politik der rot-grünen Regierung habe gezeigt, dass Ökonomie und Ökologie verantwortungsvoll miteinander vereinbar sind. So sei Deutschland international führend bei der Nutzung erneuerbarer Energieträger.

Natürlich spielte auch der Irak an diesem Abend eine wichtige Rolle: Am Vormittag hatte die Opposition dem Bundeskanzler vorgeworfen, er diskutiere dieses Thema mit den Menschen auf den Plätzen diese Republik. „Mit wem soll ich denn darüber sprechen, wenn nicht mit Ihnen?“, entgegnet Schröder an diesem Abend. Riesenbeifall.
Auch sonst findet Schröders Rede großen Beifall. Allen ist klar, dass es am 22.September auch in Aachen heißt: beide Stimmen für Gerhard Schröder und die SPD.