„Ich wähle Doris ihren Mann seine Partei“- Die Geschichte eines Wahlkampfhits

Paar mit T-Shirts Ich wähle Doris ihren Mann seine Partei
Jetzt auch als T-Shirt: Der Wahlkampfhit aus Unna
SPD-Plakat: Ich wähle Doris' ihren Mann seine Partei
Gerhard Schröder mit gerahmtem Bild: Ich wähle Doris' ihren Mann seine Partei
Gerhard Schröder bekommt in Münster den Wahlkampfhit im roten Rahmen überreicht.

„Ich wähle Doris’ ihren Mann seine Partei.“ – dieser Spruch in umwerfendem Ruhrpott-Deutsch ist der Knüller in der Endphase des SPD-Bundestagswahlkampfs. Zehntausende von Mini-Aufklebern mit dem witzigen Slogan sind landauf, landab im Einsatz, wenn Bundeskanzler Gerhard Schröder zu seinen gefeierten Wahlkampfauftritten anreist. So auch am vergangenen Mittwoch in Düsseldorf, als NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement unter dem Jubel der 8000 Schröder-Fans am Rathaus diesen Spruch zitierte und den Kanzler zu spontanem herzlichen Lachen animierte. Doch woher kam eigentlich die Idee zu dem hitverdächtigen SPD-Werbeträger?

Der Spruch wurde bei einem Treffen des SPD-Ortsvereins Unna-Billmerich vom Genossen Holger Jolitz kreiert, der auch vorschlug, einen entsprechenden Aufkleber über seinen Werbemittelvertrieb in Auftrag zu geben. Eine Idee, die Maik Luhmann, Unterbezirks-Wahlkampfleiter in Unna, spontan aufgriff und grünes Licht für eine erste Aufkleberversion mit dunkelroter Schrift auf weißem Hintergrund gab.

Der Slogan knüpft an einen alten Spruch von Ex-Landesvater Johannes Rau an, der während der Planungen zur Gelsenkirchener „Arena auf Schalke“ in einem Interview gefragt wurde, warum Fußballstadien eigentlich immer nach Männern benannt würden. Daraufhin meinte „Bruder Johannes“ schlagfertig: „Wie sollen wir die Stadien denn sonst nennen? Vielleicht „Ernst-Kuzorra-seine-Frau-ihr Stadion“?“
Schon war ein legendärer Spruch geboren, den die Genossen in Unna jetzt zum Wahlkampf-Schlager machten.

Dank der Initiative des SPD-Unterbezirks Münster gibt es mittlerweile auch eine zweite Version (weiße Schrift vor rotem Hintergrund) des kessen Aufklebers. Klaus Mertens vom SPD-Unterbezirk in Münster: „Nachdem ich von der Aufkleber-Idee aus Unna gehört hatte, habe ich in unserer Bocholter Druckerei ganz vorsichtig erst mal 1000 Stück in Auftrag gegeben. Da wusste ja noch keiner, was es für eine tolle Resonanz auf den Spruch geben würde.“ In der Tat: Schnell wurde eine zweite Auflage mit 20 000, kurz darauf dann eine weitere Auflage mit 48 000 Stück und zuletzt sogar noch eine vierte Auflage von 25 000 Stück der „Doris“-Aufkleber in Bocholt angefordert.

Auch nach Berlin ist das „Ich wähle Doris´ ihren Mann seine Partei.“-Fieber schon geschwappt – auf zahlreichen Ampeln, Mülltonnen oder Stromkästen der Spree-Metropole ist der Spruch seit Tagen zu bewundern. Und selbst SPD-Generalsekretär Franz Müntefering hat sich persönlich mit einigen Kisten der begehrten Aufkleber eingedeckt.

Beim Münster-Besuch des Bundeskanzlers am Mittwoch (11. September) musste sich die tausendfache Schröder-Fangemeinde übrigens nicht mit den kleinen Aufklebern begnügen. Klaus Mertens hatte im Vorfeld fünf Großmotive im A 0-Format in Auftrag gegeben, die den Kanzler im Eingangsbereich empfingen. Und am Ende der umjubelten Veranstaltung in der proppenvollen Halle Münsterland wurde dem strahlenden Schröder sogar noch ein persönliches Exemplar des Aufklebers im passenden Bilderrahmen verliehen. "Der bekommt bei mir zuhause einen würdigen Platz", so der bestens aufgelegte Bundeskanzler.

Für den Schlussspurt hat sich der Unterbezirk Unna etwas ganz besonderes einfallen lassen: Ab jetzt gibt es auch „Ich wähle Doris“ – T-Shirts in allen Größen.
Die T-Shirts können ab sofort bis Montag, den 16. September, 12 Uhr, direkt beim Unterbezirk Unna unter der Rufnummer 02303/253140 (mit Größenangabe) vorbestellt werden.

Sowohl Aufkleber als auch T-Shirts sind auch am 20. September in der Westfalenhalle zu bekommen. Der besondere Gag: Doris Schröder-Köpf soll drei Shirts signieren, die dann zugunsten der Opfer der Flutkatastrophe versteigert werden.