Gerhard Schröder gedenkt der Opfer des 11. September

Am ersten Jahrestag der Anschläge des 11. September hat die Bundesregierung der vielen tausend Opfer gedacht. „Unser Land ist an diesem Tag vereint mit dem amerikanischen Volk in der Erinnerung an die entsetzlichen Terroranschläge“, sagte Gerhard Schröder zu Beginn der Kabinettssitzung. Der Bundeskanzler mahnte den Fortbestand der internationalen Koalition gegen den Terror an, zu deren Zustandekommen die Bundesregierung einiges beigetragen hat.. Zu einem dauerhaften Frieden ist es noch ein weiter Weg. Der internationale Terrorismus ist noch nicht besiegt.

„Deutschland hat nach dem 11. September umfassend internationale Verantwortung in seinen Bündnissen und im Rahmen seiner internationalen Möglichkeiten übernommen“ sagte Schröder. Er kündigte an, dass Deutschland sein ziviles und militärisches Engagement – sowohl bei Enduring Freedom als bei der ISAF – fortsetzen wird.

Der Bundeskanzler forderte dazu auf, im Rahmen der Anti-Terror-Koalition auch zu regionalen Sicherheits-Absprachen und -bündnissen zu kommen: „Wir sollten die an den Tag gelegte Zusammenarbeit vertiefen, um in den regionalen Konflikten und Problemen – ob im Nahen Osten oder in Zentralasien – einer friedlichen Lösung näher zu kommen.“ Aus der Koalition gegen den Terror sollte eine „Koalition für globale Sicherheit und globale Entwicklung“ geschmiedet werden. Die Bundesregierung wird auch in Zukunft an ihrem „umfassenden Ansatz, der politische und diplomatische Bemühungen sowie wirtschaftliche und humanitäre Hilfsmaßnahmen einschließt“ festhalten.

Schröder hob in seiner Ansprache auch die Maßnahmen zur Verstärkung der Sicherheit im eigenen Lad hervor: Mit den beiden Sicherheitspaketen sind die nötigen Maßnahmen beschlossen worden, um die Arbeit der Ermittlungsbehörden zu unterstützen. „Der Bundesinnenminister ist Garant für höchste Wachsamkeit bei der inneren Sicherheit“, sagte der Bundeskanzler. „Zugleich ist er Garant dafür, dass vordergründige Panikmache keinen Erfolg hat.“

Schröder bekräftigte vor dem Kabinett: „Wir werden weiter alles daran setzen, im Kampf gegen den internationalen Terrorismus erfolgreich zu sein, ohne unsere eigenen Werte preiszugeben.“

Ausstellung "Here is New York" in Düsseldorf

In der Ausstellung "Here is New York", die ab September in Düsseldorf zu sehen ist, zeigen Hunderte namhafter Fotografinnen und Fotografen sowie Amateure ihre Fotos des veränderten New York. Die Bundeszentrale für politische Bildung präsentiert 500 der mehr als 7.000 Fotografien der international beachteten und hoch gelobten New Yorker Ausstellung. Die Bilder erlauben dem Betrachter eine persönliche Auseinandersetzung mit den Anschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001. Sie dokumentieren die zerstörten Gebäude, zeigen helfende Polizisten und Feuerwehrmänner, Opfer, Vermisstenanzeigen und beschreiben Auswirkungen der Anschläge auf die Stadt New York und ihre Bewohner.

Das Konzept der Ausstellung ist einfach: Alle Fotos, die in einem Zusammenhang mit dem 11. September stehen, konnten eingereicht werden. Mindestens ein Foto pro Einsendung wurde in die Ausstellung aufgenommen. Die Fotos hängen anonym, ungerahmt und unbeschriftet an den Wänden. Es ist nicht erkennbar, ob die Aufnahmen von professionellen Fotografinnen und Fotografen oder von Laien stammen. Ein neues, demokratisches Ausstellungskonzept entstand."Here is New York" soll, wie in den USA, zum Ort der Begegnung und des Austauschs werden. Die Fotos der Zeitzeugen sowie eine Filmdokumentation der ersten 24 Stunden nach dem Anschlag drücken das Unfassbare aus.

Die Präsentation der Ausstellung in Deutschland ist Teil des Maßnahmenpakets der bpb, das seit dem 11. September 2001 realisiert wird. Ziel ist es, der Bevölkerung Hintergrundwissen und Orientierung zu bieten und damit einen Beitrag zur aktiven Auseinandersetzung mit den Folgen für die zivilgesellschaftliche und politische Kultur zu leisten.
Die Ausstellung ist eine Benefizausstellung. Die Fotos können online unter hereisnewyork.org für einen Betrag von 25 Dollar bestellt werden. Der Nettoerlös fließt in den Kinderhilfsfond "Children’s Aid Society’s World Trade Center Fund".

Die Idee für die Ausstellung hatten Alice Rose George, Kuratorin und langjährige Mitarbeiterin des Time Magazines, Gilles Peress, einer der bekanntesten Magnum-Fotografen, Michael Shulan, Schriftsteller, und Charles Traub, Fotograf und Leiter der Abteilung Fotografie an der School of Visual Arts, New York.

Termin
Düsseldorf
11. September bis 6. Oktober 2002
NRW-Forum Kultur und Wirtschaft,1.OG
Ehrenhof 2
40479 Düsseldorf
Di. bis So. von 11 bis 20 Uhr,
Fr. bis 24 Uhr, Mo. und 14. & 27. September geschlossen
Eintritt frei

Veranstalter:
Bundeszentrale für politische Bildung in Kooperation mit Here is New York Inc.