Die Union blieb lieber unter sich

Wahlkampfauftakt der CDU in Düsseldorf, Tisch mit Schirm am 01. 09. 02
Wahlkampfauftakt der CDU in Düsseldorf, Plakat Arbeitnehmer für Stoiber CDA am 01. 09. 02
Keiner da bei den "Arbeitnehmern für Stoiber"
Wahlkampfauftakt der CDU in Düsseldorf am 02. 09. 01
Besuch aus Bayern in Düsseldorf…

21 Tage vor der Bundestagswahl eröffnete die Union in Düsseldorf ihre "Heiße Wahlkampfphase". Die Wahlkampftemperatur der Union hat sich sichtlich abgekühlt, zu den Stoiber-Veranstaltungen in NRW kamen bisher weniger Menschen als erwartet, so waren es in Aachen nur 4.000, in Münster gar nur 2.000, darunter viele Gegner Stoibers. Ein Trend, der in der gesamten Bundesrepublik zu beobachten ist. So blieb man in Düsseldorf lieber unter sich, als zu den Menschen in diesem Land zu gehen.

Pflichtgemäß klatschte sich die Union in Düsseldorf dann Mut zu. Wie verzweifelt man mittlerweile ist, zeigt die Tatsache, dass CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer und Edmund Stoiber tief in die Mottenkiste griffen, um ihre „Rote-Socken-Kampagne“ von 1998 wieder zu beleben.
Von dem Staatsmann Stoiber war an diesem Tag nicht mehr viel zu sehen und zu hören. Außer Attacken gegen die Bundesregierung fiel ihm nichts ein. Nichts dazu, wie die Union ihr Programm finanzieren will, nichts zum Thema „Ruhrgebiet, nichts zur „Frauenpolitik“ nichts zur Chefsache „Umweltpolitik“ usw..
Beim Thema „Umweltpolitik“ wirft das Beispiel der CDU Köln übrigens ein entlarvendes Licht auf die wahre Umweltpolitik der Union: In Köln will die CDU aus dem europäischen Klimabündnis austreten.

Eine Beobachtung am Rande der Veranstaltung sprach ebenfalls Bände: Der Stand „Arbeitnehmer für Stoiber“ blieb fast die ganze Zeit leer. Angesichts der Politik der Union und jüngster Äußerungen von Stoiber und Merkel („Union attackiert Gewerkschaften“ Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 01.09.02) wundert es nicht, dass es auch in der Union keine Arbeitnehmer mehr gibt, die für Edmund Stoiber eintreten.

Fazit: die Union ist nervös, konzeptlos und in der Wählergunst auf dem absteigenden Ast.