NRWSPD gründet „Forum Eine Welt“ in Düsseldorf

In Düsseldorf wird heute (18.00 Uhr) das
"Forum Eine Welt NRW" der nordrhein-westfälischen SPD gegründet. Zu der Auftaktveranstaltung im Kulturzentrum "zakk" werden auch Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) und SPD-Landesvorsitzender Harald Schartau erwartet. Das Forum will die Zusammenarbeit zwischen Politik, Zivilgesellschaft und der Wirtschaft intensivieren. Vorbild für die Neugründung ist das seit sechs Jahren existierende "Forum- Eine-Welt" auf Bundesebene.

Hintergrund
Das Forum Eine Welt, das auf Bundesebene 1996 gegründet wurde, besteht aus Vertretern unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen, die sich im Bereich Entwicklungspolitik engagieren. Heidemarie Wieczorek-Zeul, stellvertretend Adelheid Tröscher, Karin Junker und Manfred Kulessa sitzen dem Forum Eine Welt vor.

Ziel des Forums Eine Welt ist die Weiterentwicklung und Stärkung der Entwicklungspolitik als querschnittsorientierte Zukunftspolitik.

"Noch nie hat die Menschheit über so vielfältige technische und finanzielle Ressourcen verfügt, um mit Hunger und Armut fertig zu werden. Die gewaltige Aufgabe lässt sich meistern, wenn der notwendige gemeinsame Wille mobilisiert wird."

Diese Forderung aus dem 1980 veröffentlichten Bericht "Das Überleben sichern" der Nord-Süd-Kommission unter Leitung von Willy Brandt mahnt auch heute noch verantwortungsbewusstes globales Denken und Handeln an.

Der Brandt-Report veränderte die Sichtweise des Nordens und Westens gegenüber den Ländern des Südens und Ostens und leitete ein neues Verständnis von Entwicklungspolitik ein: Entwicklungspolitik als vorsorgende Friedenspolitik.

Die vordringlichen Aufgaben einer vorsorgenden Friedenspolitik sind nach wie vor die Bekämpfung der Armut und die Beseitigung des Hungers auf der Welt.

Abrüstung, Reform des Weltwährungssystems, des Welthandels und internationale Abkommen zum Schutz der Umwelt müssen so gestaltet werden, dass Entwicklung unterstützt wird und nicht die Anstrengungen der Länder des Südens und Ostens wieder zerstört werden.

Diese Zielsetzungen des Brandt-Reports sind weiterhin Richtschnur für die Arbeit der sozialdemokratisch geführten Bundesregierung.

Entwicklungspolitik bezieht ihre Stärke aus einer langjährigen Erfahrung im Dialog mit anderen Kulturen, Gesellschaften und politischen Systemen. Entwicklungspolitik wird zur Zukunftspolitik, wenn Dialog auch zur Zusammenarbeit führt und so unsere gemeinsame Verantwortung für die Eine Welt in konkretes Handeln umgesetzt wird.

Willy Brandt fasste 1992 seine Erfahrungen in den Worten zusammen:

"Unsere Zeit steckt, wie kaum eine andere zuvor, voller Möglichkeiten – zum Guten und zum Bösen. Nichts kommt von selbst. Und wenig ist von Dauer. Darum – besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene Antworten will."

Das Forum Eine Welt will einen Beitrag für Gerechtigkeit und fairen Ausgleich zwischen und in den Weltregionen, zwischen den Generationen und für die Gleichberechtigung der Geschlechter leisten.