Minister Schwanhold: Strukturwandel im Ruhrgebiet mit Hochdruck voranbringen und neue zukunftsorientierte Arbeitsplätze schaffen

"Ich will das Ruhrgebiet als Wirtschaftsregion weiter voranbringen, seine Position im Standortwettbewerb der Regionen verbessern und neue zukunftsorientierte Arbeitsplätze schaffen. Dazu müssen die bestehenden Stärken weiter ausgebaut und neue Potenziale ganz gezielt entwickelt werden", sagte Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold anlässlich einer Journalistenreise ins Ruhrgebiet.

Voraussetzung für einen solchen Schub sei, so Schwanhold, die Konzentration auf die 12 Felder, in denen das Ruhrgebiet besondere regionale Kompetenzen hat: Informations- und Kommunikationstechnologie, Logistik, neue Energie, Chemie, Life Science, Bergbautechnik, Wasserwirtschaft, Maschinenbau, neue Werkstoffe, Mikrotechnik, Design und Tourismus.

Schwanhold: "Diese Kompetenzfelder will ich stabilisieren und weiter stärken. Mehr Investition und Beschäftigung hat dabei oberste Priorität. Ziel ist die Schaffung von 200.000 neuen Arbeitsplätzen im Ruhrgebiet bis zum Ende des Jahres 2005."

Zu diesen Zielen haben sich bisher auch 75 Persönlichkeiten (u.a. Oberbürgermeister, Landräte, Vertreter der Wirtschaft, Gewerkschaften, Wissenschaft und Forschung, der Kirchen und die gesamte Spitze der Landesregierung) im Rahmen des Wachstums- und Beschäftigungspaktes Ruhr bekannt.

Im Focus der heutigen Journalistenreise stehen die Kompetenzfelder Neue Energien und Informations- und Kommunikationstechnologien. "Die Entwicklung der Brennstoffzellen- und Solartechnologie und der Informations- und Kommunikationstechnologie stehen für ein neues, modernes Ruhrgebiet und sind sichtbarer Erfolg für den beeindruckenden wirtschaftlichen Wandel im Revier", sagte der Minister. "Die breite Nutzung der Brennstoffzellen steckt noch in den Kinderschuhen. Nach meiner Einschätzung werden Brennstoffzellen die Energieversorgung in naher Zukunft stark beeinflussen. Ob im Kraftwerk, im Blockheizkraftwerk, in der Hausenergieversorgung, beim Antrieb von Fahrzeugen bis hin zum Batterieersatz in elektrischen und elektronischen Geräten: Die Brennstoffzellentechnik hat ein hohes Innovationspotenzial", erklärte Schwanhold beim Besuch des Brennstoffzellen-Pavillons von RWE in Essen.

Die Landesregierung unterstützt diese Entwicklung seit langem. Von der Landesinitiative Zukunftsenergien NRW werden Projekte im Bereich der Brennstoffzellentechnik gefördert. Allein das Wirtschaftsministerium hat bisher 24 Brennstoffzellenprojekte mit einer Gesamtsumme von 28 Mio. € gefördert. Damit konnten Investitionen mit einem Volumen von 60 Mio. € angestoßen werden. Zusätzlich unterstützt das NRW-Wissenschaftsministerium die Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Nordrhein-Westfalen durch Geräte- und Apparate-Investitionen für die Brennstoffzellenforschung.

Das "Zentrum für Brennstoffzellentechnologie" an der Mercator Universität Duisburg, das derzeit mit Unterstützung des Landes von Frau Professor Heinzel aufgebaut wird, bildet neben dem Forschungszentrum Jülich die Säule der wissenschaftlichen Arbeit im Brennstoffzellenbereich.

Das im Jahr 2000 ins Leben gerufene "Kompetenznetzwerk Brennstoffzelle" führt schwerpunktmäßig bestehende Kompetenzen aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammen und identifiziert und integriert neue Kompetenzen. Rund 200 Firmen, Institutionen und Experten arbeiten mittlerweile darin mit. Seit Anfang des Jahres finden Interessierte im Internet den ersten Online-Branchenatlas für die Brennstoffzellentechnik, auf dem die Mitglieder des Netzwerks ihr Know-how anbieten. Schwanhold: "Wir sind ständig bemüht, weitere Unternehmen für eine Ansiedlung in NRW zu gewinnen."

Solarenergie und Fotovoltaik in Gelsenkirchen

Der Fotovoltaikmarkt wächst weltweit seit rund 15 Jahren mit jährlichen Raten von rund 20 Prozent. In Deutschland lag das Wachstum noch deutlich über der 20 Prozent-Marke. Dieser stark expandierende Markt bietet hervorragende Chancen. Nordrhein-Westfalen liegt bei der Nutzung der Solarenergie zur Stromerzeugung an vorderer Stelle in Deutschland. Etwa jede vierte in Deutschland installierte Solarzelle befindet sich in Nordrhein-Westfalen (40 Megawatt von 172 Megawatt). Rund 8.000 Anlagen sind in NRW schon in Betrieb. Mit Shell Solar hat das Ruhrgebiet einen Zellenproduzenten, dessen Jahreskapazität derzeit auf 25 Megawatt ausgebaut wird. Mit Flabeg Solar ist auch ein namhafter Modulhersteller in NRW beheimatet, der seine Produktion gerade auf 10 Megawatt ausgebaut hat.

"Unser Ziel in Nordrhein-Westfalen ist es, die gesamte Wertschöpfungskette der Fotovoltaik hier anzusiedeln. Dazu gehört die Siliziumherstellung, die Wafer-Produktion und die Modul- und Zellenproduktion", so Minister Schwanhold beim Besuch des Informationszentrums der Shell Solar und Flabeg Solar International in Gelsenkirchen.

Schwanhold: "Allein in NRW sind im Bereich der erneuerbaren Energien rund 10.000 Arbeitnehmer bei etwa 1.200 Firmen beschäftigt."

Informations- und Kommunikationstechnologien in Dortmund

Das Ruhrgebiet entwickelt sich zunehmend zu einem Standort für junge IT-Unternehmen. Mehr als 2.500 Unternehmen bieten hier Softwareberatung und Datenverarbeitungsdienste an. Seit 1995 sind ca. 800 Unternehmen der New Economy (Internet/IT-Dienstleistungen) im Ruhrgebiet erfolgreich gegründet worden. Sie beschäftigen ca. 9000 Menschen, hinzu kommen ca. 20.000 Beschäftigte im Bestand älterer Unternehmen, deren Hauptgeschäft IT-Dienstleistungen und Consulting sind.

Insbesondere im mittleren Ruhrgebiet haben sich in den letzten Jahren Unternehmen angesiedelt, die sich auf die Lösung mittelständischer Sicherheitsfragen im IT-Bereich spezialisieren.

Minister Schwanhold will mehr Sicherheit im digitalen Geschäftsverkehr schaffen. Neben den technischen Gesichtspunkten sollen vor allem auch die rechtlichen Bedingungen verbessert werden. Daher hat er Ende vergangenen Jahres die Initiative Secure-It.nrw.2005 gegründet. Dass NRW bereits jetzt ein hohes Innovationspotential in Sachen IT-Sicherheit hat, beweisen die 79 Projektideen, die im Rahmen des Wettbewerbs "safe connected" bei der Initiative eingereicht worden sind und derzeit von einer unabhängigen Jury ausgewertet werden.

Bei dem Besuch des Electronic Commerce Center in Dortmund sagte Schwanhold: "Das ECC ist ein gelungenes Beispiel eines Konversionsprojektes auf einer ehemaligen Militärfläche, die neuen Nutzungen zugeführt wurde. Im ECC, das Mitte der 90er Jahre errichtet wurde, haben sich zahlreiche hochspezialisierte Partner angesiedelt, die ihren Kunden zum Teil in Kooperationsprojekten komplette IT- und e-Business-Lösungen anbieten. Dass hier der Bedarf getroffen wurde, wird dadurch deutlich, dass das Zentrum sehr schnell ausgebucht war und Erweiterungen notwendig wurden."

Weitere Informationen im Internet unter:
www.energieland.nrw.de
www.brennstoffzelle-nrw.de
www.it-portal.nrw.de