Wir trauern um die „Mutter Courage des Ruhrgebiets“

Inge Donnepp, Portrait
Quelle: AdsD, Bonn

Zum Tod von Inge Donnepp erklärt der Landesvorsitzende der NRWSPD, Harald Schartau:

Die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Nordrhein-Westfalen trauern um Inge Donnepp. Die frühere Justizministerin des Landes starb im Alter von 83 Jahren nach langer schwerer Krankheit. Unser Mitgefühl gilt insbesondere ihren beiden Söhnen Burkhard und Joachim sowie allen Angehörigen und Freunden.

Nach langen erfolgreichen Berufsjahren als Anwältin und Sozialrichterin fand Inge Donnepp über die Sozialdemokratie ihren Weg in die Politik. 1973 wurde sie zur Landesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen in Nordrhein-Westfalen gewählt, zog zwei Jahre später als Abgeordnete in den Düsseldorfer Landtag ein und übernahm noch im selben Jahr das Ministerium für Bundesangelegenheiten im Kabinett von Ministerpräsident Heinz Kühn.

1978 folgte sie Diether Posser im Justizministerium des Landes NRW – damit stand sie als erste Frau in der Geschichte der Bundesrepublik an der Spitze dieses Ressorts.

Mit Erreichen ihres 65. Lebensjahres schied Inge Donnepp aus dem Amt der Justizministerin aus, blieb danach noch weitere zwei Jahre als Abgeordnete im Düsseldorfer Landtag aktiv und war später noch lange Jahre als Vorsitzende des Vereins der ehemaligen Landtagsabgeordneten tätig.

Unser Land verliert mit Inge Donnepp eine Politikern von Format, die für die Gleichberechtigung der Frauen in unserer Gesellschaft große Erfolge erzielte und die mit ihrer herzlichen und unverwechselbaren Persönlichkeit viele Menschen tief beeindruckt hat.

Die Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Nordrhein-Westfalen werden Inge Donnepp stets ein ehrendes Angedenken bewahren.

Lebenslauf Inge Donnepp

geboren am 13. Dezember 1918 in Unna / Westfalen

nach Abitur (1937) Studium der Neuphilologie und der Rechtswissenschaften in Heidelberg, Rostock und Berlin

1947 zweites juristisches Staatsexamen, danach zunächst Arbeit als Anwaltsassessorin, später Rechtsanwältin in Marl

1954 bis 1975 Sozialrichterin in Münster und Gelsenkirchen

1957 Eintritt in die SPD

1973 Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen

1975 Wahl zur Landtagsabgeordneten in Nordrhein-Westfalen

1975 Wahl zur NRW-Landesbeauftragten für Frauen

1975 Ministerin für Bundesangelegenheiten im nordrhein-westfälischen Parlament

1977 Wahl zum Mitglied der Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen

1978 bis 1983 NRW-Justizministerin

1985 Ausscheiden aus dem NRW-Landtag