Mit gutem Beispiel voran: Bonner SPD-Mann als gläserner Abgeordneter

Einen beispielhaften Gegenentwurf zu den immer wieder erhobenen Verdächtigungen, Politiker würden in Sachen Finanzen schummeln, tricksen und täuschen, bietet der SPD-Bundestagsabgeordnete Ulrich Kelber (Wahlkreis 97 / Bonn) auf seiner Internetseite www.kelber.de. Unter dem Stichwort "Gläserner MdB" legt der seit knapp zwei Jahren im Bundestag sitzende Kelber seine Finanzen rundherum offen.

So listet der 34-Jährige nicht nur seine Bezüge als Bundestagsabgeordneter (Diäten, Aufwandsentschädigung und sonstige geldwerte Vorteile wie Freikarten der Deutschen Bahn und Freiflüge zwischen Bonn und Berlin) auf, sondern gewährt darüber hinaus Einblick in seine Steuererklärungen der vergangenen beiden Jahre. "Transparenz ist für mich nicht nur ein körperloses Füllwort", erklärt Kelber. "Im Gegenteil: Nach meiner Auffassung hat jeder Bürger ein Anrecht auf einen transparenten Volksvertreter."

Zum Schmunzeln regt der im "Gläsernen MdB" enthaltene Querverweis auf einen so genannten Glogo-Knigge an, der auf amüsante Art Verhaltenstipps für Politiker gibt: Hierin wird beispielsweise zur Vermeidung jeglicher Raffke-Vorwürfe dringend empfohlen, Dienstreisen kurz, effektiv und öde statt lang und ausschweifend zu gestalten. Möbel und Kunstgegenstände sollten niemals umsonst vom Hersteller, sondern nur gegen Bares im Warenhaus erstanden werden und nach einem Restaurantbesuch sollte stets brav nach der Rechnung gefragt werden…

Ein besonders beeindruckender Aspekt in Kelbers transparenter Finanzführung ist der Umstand, dass er zugunsten sozialer Aspekte auf seine Einkünfte aus Aufsichtsratsmitgliedschaften (im Jahre 2001 immerhin die stolze Summe von über 4600 €) verzichtet. Auch dies eine Idee, an der sich viele andere Abgeordnete ein gutes Beispiel nehmen sollten.

Mehr Informationen zum gläsernen Abgeordneten Ulrich Kelber gibt es unter der Internet-Adresse www.kelber.de.