Danke, Hans-Jürgen, und herzlichen Glückwunsch

SPD-Generalsekretär Franz Müntefering zum achtzigsten Geburtstag von Hans-Jürgen Wischnewski am 24. Juli 2002

Im Namen aller deutschen Sozialdemokraten gratuliere ich Hans-Jürgen Wischnewski sehr herzlich und übermittle ihm die besten Wünsche der gesamten SPD. Ich nehme seinen 80. Geburtstag auch zum Anlass, um ihm unsere uneingeschränkte Anerkennung für seine politische Lebensleistung zum Ausdruck zu bringen.

Die Erfahrung des Krieges, in den er nach dem Abitur geschickt wurde, und der letzten Jahre des Nationalsozialismus hat ihn geprägt. Sie wurde zum Fundament seiner demokratischen Überzeugung und seines lebenslangen Bemühens um die friedliche Beilegung gewaltsamer Konflikte in vielen Gegenden der Welt.

In vielen Funktionen hat er sich in die Pflicht nehmen lassen und immer seine geistige Eigenständigkeit und persönliche Integrität dabei bewahrt. Unserer SPD hat er als Vorsitzender der Jungsozialisten, als Mitglied des Parteivorstands und Vorsitzender der Kommission für Internationale Beziehungen, als Bundesgeschäftsführer, Schatzmeister und Stellvertretender Parteivorsitzender gedient. Unserem Land hat er gedient als Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, als Staatsminister im Auswärtigen Amt und als Staatsminister bei Bundeskanzler Helmut Schmidt. Bereits unter Bundeskanzler Willy Brandt war Wischnewski zu einer Schlüsselfigur im Kampf gegen den Terrorismus der Rote Armee Fraktion geworden. Die Befreiung zahlreicher Menschen, die als Geiseln genommen worden waren, war wesentlich sein Verdienst, so beim Schwarzen September in Jordanien, in Mogadischu, aber später auch in Nicaragua und El Salvador.

Sein Sinn für Gerechtigkeit, seine Fairness im Umgang und seine Verlässlichkeit, nicht zuletzt seine Fähigkeit, sich in sein Gegenüber hineinzuversetzen, machten ihn zu einem gesuchten Mittelsmann in Konfliktsituationen.

In den zehn Jahren seines Vorsitzes des Nahost-Komitees der Sozialistischen Internationale bewies Ben Wisch, dass man gleichzeitig ein aufrichtiger Freund der Araber und der Israelis sein kann. In unermüdlichem Engagement leistete er seinen persönlichen Beitrag zur Beendigung der bewaffneten Konflikte im Mittelamerika der 80er Jahre, v.a. in Nicaragua und El Salvador.

Als Gründer und Förderer der Städtepartnerschaft Köln-Bethlehem führt Wischnewski sein internationales Engagement bis heute fort.

Nach 33 Jahren als Kölner Abgeordneter des Deutschen Bundestages schied Wischnewski – der "Abjeochnete mit dem Kölschen Namen", wie ihn der erste Bundeskanzler Adenauer frotzelte – aus dem aktiven politischen Leben aus. Bis heute genießt er Respekt und Zuneigung in unserem Volk, über die Parteigrenzen hinaus.

Auch dazu gratulieren wir Dir, lieber Hans-Jürgen.