Bulmahn: „Wir brauchen die besten Köpfe für unsere Universitäten“

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn am Rednerpult am 15 . 07. 02Prof. Menzel und  Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn am 15. 07. 02

Edelgard Bulmahn, Bundeministerin für Bildung und Forschung, war die Hauptrednerin bei einer Veranstaltung des Wissenschaftsforums der Sozialdemokratie NRW in Dortmund. Vor 100 Besuchern im Television Communication Center des Dortmunder Technologiezentrums sprach die Ministerin über "Bilanzen und Perspektiven einer internationalen Hochschul- und Forschungspolitik".

"Wenn Deutschland ein attraktiver Bildungsstandort sein soll, brauchen wir eine Wissenschaftslandschaft, die sich offen zeigt gegenüber Menschen anderer Länder und Kulturen", forderte Edelgard Bulmahn gleich zu Beginn ihrer Rede. Hierzu, so die Ministerin, müssten neben den notwendigen finanziellen Mitteln auch weitere wichtige Rahmenbedingungen geschaffen werden. "Die jetzige Bundesregierung hat die Mittel für Forschung und Lehre seit ihrem Antritt vor vier Jahren um 21,5% erhöht", bilanzierte Bulmahn. "Eine solche Steigerung hat es in der Geschichte der Bundesrepublik noch nie gegeben."

Klar sprach sich die Bundesministerin für ein gebührenfreies Erststudium innerhalb der Regelstudienzeit aus: "Was wir den Studierenden mit der einen Hand geben, dürfen wir ihnen nicht mit der anderen Hand wieder nehmen."

Eine ebenfalls positive Zwischenbilanz zog Bulmahn zum Thema der internationalen Attraktivität des Studienstandortes Deutschland: "Die Zahl der so genannten Bildungsausländer, die zum Studieren nach Deutschland kommen, hat sich von 1998 bis 2001 um 21 Prozent, im vergangenen Jahr um weitere 15 Prozent erhöht. Das zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Wenn wir es schaffen, dass die besten internationalen Köpfe zu uns zum Studieren und Lehren kommen, profitieren wir auch dank der dadurch erheblich gestärkten wirtschaftlichen und politischen Beziehungen."
In diesem Zusammenhang verwies die Bildungsministerin auf die positiven Auswirkungen des von der rot-grünen Bundesregierung reformierten Ausländerrechts: "Ausländische Wissenschaftler haben nun die Möglichkeit, nach ihrem in Deutschland erworbenen Studienabschluss hier zu bleiben und zu arbeiten, anstatt wie früher das Land wieder verlassen zu müssen. Dies und auch der erleichterte Familienzuzug sind ganz wichtige Voraussetzungen für einen attraktiveren Wissenschaftsstandort Deutschland."

Im Anschluss an ihren mit viel Applaus bedachten Vortrag diskutierte die Ministerin mit Prof. Dr. Eberhard Menzel, dem Rektor der Fachhochschule Dortmund, Prof. Dr. Ulrich Teichler vom Wissenschaftlichen Zentrum für Hochschulforschung in Kassel sowie mit Staatssekretär Hartmut Krebs aus dem NRW-Wissenschaftsministerium über weitere Aspekte deutscher und internationaler Hochschulpolitik.