„Habt Mut und Zuversicht“. Gerhard Schröder in Köln umjubelt

Riesenjubel über den Auftritt von Gerhard Schröder im voll besetzten Kölner Theater am Tanzbrunnen. Beim SPD-Regionaltreffen am 02.07.2002 begeisterte der Kanzler die rund 2000 Genossinnen und Genossen mit einer kämpferischen Rede.
„Es darf nicht sein, dass ihr euch wegen des Fehlverhaltens einiger den Stolz nehmen lasst", rief Schröder seinen Parteifreunden in Anspielung auf die Kölner Spendenaffäre zu. „Verzagtheit und Mutlosigkeit sind ganz falsche Rezepte. Ich setze auf euren Mut, eure Entschiedenheit, eure Kampfkraft."
Unter dem donnernden Applaus der Zuhö-rer zog Fußballfan Schröder, der einen Tag zuvor erst vom dramatischen WM-Finale in Japan zurückgekehrt war, eine Parallele zum Nationalteam: „Die deutsche Mann-schaft hat es bei der Fußball-Weltmeisterschaft vorgemacht. Und dieser Geist ist es, der uns beflügeln muss, gerade auch hier in Köln."
Im Laufe seiner gut halbstündigen Rede setzte sich der Kanzler deutlich für ein gebüh-renfreies Erststudium ein: „Bildungschancen dürfen nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen, sondern davon, was einer im Kopf hat." Allerdings, so der SPD-Chef weiter, sollten die Studierenden ihr Studium auch in der Regelstudienzeit beenden: „Für einen ordentlichen Abschluss braucht man keine 20 Semester."
Ebenso warb der Kanzler für die aktuellen Vorschläge der Hartz-Kommission zur Reform der Arbeitsvermittlung: "Wir können nicht alles so laufen lassen, wie es ist. Wir brauchen ein Gesamtkonzept, das ineinander greift." Vor der Rede Schröders, der am Ende von den 2000 Zuhörern minutenlang mit stehenden Ovationen gefeiert wurde, hatten SPD-Landeschef Harald Schartau, NRW-Justizminister Jochen Dieckmann und Kölns SPD-Chef Jochen Ott die versammelten Genossinnen und Genossen auf den anstehenden Wahlkampf eingeschworen. Nach diesem mitreißenden Abend steht fest: von Köln geht ab sofort das eindeutige Signal von Aufbruch und Zuversicht für den 22. September aus.