Reiche fehlt Kompetenz für Frauenpolitik

Familie ist für die SPD, wo Kinder sind. Für die CDU/CSU ist Familie hingegen nur da, wo auch ein Trauschein ist. Mit der politischen Degradierung von Katharina Reiche, die in Kürze ihr zweites Kind erwartet, haben sich die Unionsparteien als unverändert erz-konservativ entlarvt. Eine unverheiratet in Partnerschaft lebende Mutter darf allen scheinmodernen Aussagen zu Wahlfreiheit und Vereinbarkeit von Beruf und Familie zum Trotz nicht für Familienpolitik zuständig sein, weil sie den Gang zum Standesamt noch nicht angetreten hat. Derart gedemütigt, darf Katharina Reiche dennoch in Stoibers Kompetenzteam aufrücken, zu wichtig sind die Merkmale Frau, jung und Ostdeutsche für den Stimmenfang. Stoiber habe sie nicht zur Heirat gedrängt, sagt Katharina Reiche. Soll man dem Herausforderer etwa noch dankbar sein, dass er so "liberal" ist, nicht auf einem Ehegelöbnis zu beharren, sondern nur politische Sanktionen verhängt? Was soll man von einer Frau halten, die sich dermaßen schurigeln lässt, statt dem Kandidaten dankend einen Korb zu geben?

Mit ihrer Haltung belegt Frau Reiche eindrucksvoll, dass ihr jede Kompetenz fehlt, Frauenpolitik glaubwürdig zu vertreten. Eine derartige Anpasserei an ein konservatives Frauen- und Familienbild werden Deutschlands Frauen bei ihrer Wahlentscheidung nicht honorieren!