Wolfgang Clement zum Tode von Fritz Heine

Zum Tode von Fritz Heine erklärt der stellvertretende SPD-Vorsitzende, Ministerpräsident Wolfgang Clement.

Fritz Heine ist im Alter von 97 Jahren in Scheuren bei Bad Münstereifel gestorben. Mit ihm verliert die deutsche Sozialdemokratie einen Mann, der ihr über fast acht Jahrzehnte die Treue gehalten hat. Wir sind stolz auf ihn und wir haben großen Respekt vor seiner Lebensleistung und vor seinem Wollen und Wirken in den Reihen der deutschen Arbeiterbewegung.

Fritz Heine blieb Zeit seines Lebens den Idealen des demokratischen Sozialismus und der Vision von einem Leben in Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität für alle Menschen verpflichtet. Das galt selbst für die dunkelsten Stunden des Widerstandskampfes gegen die nationalsozialistische Barbarei, die ihn in das Exil nach Prag, nach Paris, nach Marseille und nach London getrieben hatte. In Marseille gelang es ihm – unter größter Gefahr für Leib und Leben – vor allem jenen Flüchtlingen zu helfen, die als Juden ohne diese Hilfe über-haupt keine Chance mehr gehabt hätten. Nach 1945 gehörte er zur Parteiführung um Kurt Schumacher und Erich Ollenhauer. Er war ein Mann der Organisation, der die SPD nach 12 Jahren Unterdrückung und Verfolgung wieder aufbaute und der so die Vor-aussetzungen dafür schuf, dass sie zu einer bestimmenden Kraft in der demokratischen Ordnung der Bundesrepublik Deutschland werden konnte.

Fritz Heine verkörperte Tugenden, die die sozialdemokratische Partei groß gemacht haben und die sie befähigten, Rückschläge und Tiefen zu überwinden und ihre Kraft in den Dienst des gan-zen Volkes zu stellen. Männern wie ihm verdanken wir, dass wir in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg noch über moralisches Kapital verfügen, auf dem und mit dem eine demokratische Gesellschaft entstehen konnte.

Wir trauern um Fritz Heine und wir werden ihm und seiner Arbeit ein ehrendes Gedenken bewahren.