Landesvorstand der NRWSPD beschließt Fahrplan für Bildungsreform

Beschluss des Landesvorstandes der NRWSPD:

Wir brauchen eine Bildungsreform auf breiter Basis

Der tiefgreifende gesellschaftliche Wandel verändert Bildung, Bildungsinhalte und –institutionen. Lernen reicht heute und in Zukunft vom frühen Kindesalter bis ins höhere Le-bensalter. Lebensbegleitendes Lernen bedeutet Anschlußfähigkeit von Wissen und Können in unterschiedlichen Lebensphasen. Dies zu organisieren, verändert Kindergärten wie Schulen, Hochschulen und Weiterbildung.
Die Unterstützung und Förderung von Kindern über die bisherige Unterrichtszeit hinaus, die Integration gerade auch von Kindern aus Migrantenfamilien erfordert neue Antworten zu Aufgaben und zur Qualifizierung der vorschulischen Bildung und der Ganztagsangebote.
Der wissenschaftlich-technologische Wandel mit sich immer schneller erneuernden Qualifi-zierungsanforderungen erfordert auch neue Antworten, wie Schule und Berufsausbildung das Lernen lehren, um für das notwendige lebenslange Lernen fit zu machen.
Die Globalisierung mit zeitgleich weltweit verfügbarem know how erfordert auch neue Ant-worten, wie Wissensmanagement als Standortvorteil genutzt werden kann.
Vor diesem Hintergrund hat die NRW SPD auf ihrem Münsteraner Parteitag im vergangenen Jahr eine bildungspolitische Bestandsaufnahme und Neuorientierung gefordert, die im Jahr 2003 abgeschlossen werden soll.

Miteinander, statt übereinander reden
Erfolgreiche Reformpolitik ist auch auf breite gesellschaftliche Akzeptanz angewiesen. Deshalb ist für die NRW SPD der vorurteilsfreie, ergebnisoffene Dialog mit den Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern, Eltern aber auch Wissenschaft, Wirtschaft und Gewerk-schaft und übrigen Akteuren der Bildungspolitik wichtig. Nur mit dem Willen, gemeinsame Antworten auf drängende Zukunftsfragen zu finden, lässt sich ein Reformbündnis schmieden.
Dabei bleibt für die NRW SPD natürlich die Sicherung der Chancengleichheit bei der Bildung vorrangig. Soziale Herkunft darf nicht über das Wahrnehmen von Bildungschancen entscheiden.

Der Landesvorstand beschliesst deshalb:

1.2003 entscheidet die Partei

Im Frühjahr 2003 wird die NRW SPD zum Thema "Bildung gestaltet Zukunft" eine umfassende Positionsbestimmung vornehmen. Zur Vorbereitung wird sie in Foren mit Betroffenen, Experten und im internationalen Vergleich eine breite Diskussion der Partei or-ganisieren. Hierzu lädt die NRW SPD auf allen Ebenen ausdrücklich die interessierte Öf-fentlichkeit ein, bevor sie eine abschließende Beschlussfassung vornimmt.

2."Pisa" mit Konsequenz und Solidität beantworten

Die NRW SPD unterstützt ihre Landesregierung und Landtagsfraktion bei der konsequenten Umsetzung von Maßnahmen, die sich aus den Ergebnissen der Pisa-Studie ergeben.
Der Landesvorstand ermutigt ausdrücklich die Landesregierung, die Führung der sich formierenden Reformbewegung zu übernehmen. Die Solidität jedes einzelnen Reformschrittes muss sich auch an der Solidität damit verbundener Finanzierung messen lassen.
Wobei Pisa belegt, dass die angebliche Gleichung: "Mehr Geld gleich mehr Bildungserfolg" nicht stimmt. Qualitative Gesichtspunkte des Unterrichts sind eben nicht allein abhängig von quantitativen Gesichtspunkten der Bezahlung oder finanzieller Ausstattung.

3.Die NRW SPD hält Kurs

Unabhängig von Pisa-Ergebnissen und aktueller Parteitagsbeschlüssen bestätigt die NRWSPD die vielen Verbesserungen im Bildungssystem von NRW:
Ihr Konzept der "Selbständigen Schule" weist den Weg, in welcher Form Schule künftig organisiert werden muss.
Eine neu formierte Schulaufsicht muss vergleichbare Bildungsstandards im Wege des Qualitätsmanagement garantieren.
Der Verbund aller NRW-Anstrengungen zur Qualitätssicherung des Unterrichts, die 5.000 Lehrerstellen umfassenden Integrationsbemühungen für Migrantenkinder und das Bündnis für Erziehung dokumentieren die beispielhafte Akzentsetzung in NRW.

Denkverbote und Patenrezepte helfen der NRWSPD bei der Bewältigung der vor ihr liegenden Reformanstrengungen nicht weiter.
Der Landesvorstand der NRWSPD erwartet vom Präsidium die Vorlage eines organisatorischen und personellen Konzeptes zur Umsetzung der Vorbereitung des bildungspolitischen Parteitages. Hierbei ist wichtig, dass Bildungspolitik als zentrale Herausforderung für die gesamte Partei begriffen wird.
Im umfassenden Sinne ist Bildungspolitik ein Schlüssel für das Eröffnen von Zukunftschancen unserer Gesellschaft.