Person
Bernd Tischler
Gerade erst 50 Jahre alt geworden und 22 Jahre Erfahrung in der Stadtverwaltung, rheinische Frohnatur und überzeugter Ruhri, Raumplaner und begeisterter Sportler, Familienmensch und Workaholic, begeisterungsfähiger Visionär und zupackender Realist - das sind die scheinbaren Gegensatzpaare, mit denen man Bernd Tischler, den Technischen Beigeordneten und Sportdezernenten der rund 119.000 Einwohner zählenden Stadt am Nordrand des Ruhrgebiets, schlagwortartig beschreiben könnte.Für die Kommunalwahlen in diesem Jahres trat der Sozialdemokrat erfolgreich an und wurde am 30. August 2009 zum Oberbürgermeister gewählt. Die Bergbaustadt hat eine lange sozialdemokratisch geprägte Geschichte. Alle Oberbürgermeister der letzten Jahrzehnte wurden von der SPD gestellt. Nach wie vor ist die Partei die stärkste Fraktion im Rat der Stadt, sie verfügt aber seit 10 Jahren nicht mehr über die Mehrheit der Mandate. Auch hier, wie in anderen Städten, ist das Spektrum vielfältiger geworden. Insgesamt sechs Parteien sind im Rat der Stadt vertreten.
Bottrop als aktiver Bergbaustandort kämpft seit Jahrzehnten gegen die Auswirkungen der Krise der Bergbauindustrie. Mit Erfolg: Ganze Stadtteile wurden erneuert, neue Wohn- und Gewerbegebiete ausgewiesen. Die Arbeitslosenquote ist mit 8,8 Prozent (Mai 2009) eine der niedrigsten im gesamten Ruhrgebiet. Das Ganze geschieht natürlich unter erschwerten Bedingungen, denn die Stadt Bottrop befindet sich wie viele andere in keiner besonders komfortablen finanziellen Situation.
Bernd Tischler wurde am 1. Juni 1959 im rheinischen Hilden geboren und ist dort aufgewachsen. Nach dem Abitur nahm er das Studium der Raumplanung in Dortmund auf, das er 1984 erfolgreich mit dem Diplom abschloss. 1987 folgte die Staatsprüfung für den höheren technischen Verwaltungsdienst. Noch im selben Jahr wurde er als stellvertretender Amtsleiter im Amt für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung der Stadt Dormagen eingestellt, ehe er 1989 zur Stadt Bottrop wechselte. Nach verschiedenen Stationen im Planungs- und Umweltamt wurde er 1995 zum Leiter des Planungsamtes bestellt.
Am 1. September 2004 wurde Bernd Tischler durch den Rat der Stadt zum Technischen Beigeordneten gewählt. Zu seinem Dezernat gehören die Stadterneuerung, das Planungs-, das Vermessungs- und Kataster-, das Bauaufsicht-, das Tiefbau-, das Umwelt-, das Grünflächenamt sowie der Fachbereich Zentrale Gebäudewirtschaft der Stadt. Aus dem technischen Umfeld heraus ragt der Bottroper Sport- und Bäderbetrieb, dem er als Sportdezernent vorsteht. Er nimmt die Außenvertretung der Stadt in verschieden Gesellschaften mit kommunaler Beteiligung aus den Bereichen Wohnungswirtschaft, Verkehr, Entsorgung war.
Tischler hat in seinen bisherigen Funktionen maßgeblichen Anteil an der Umsetzung großer Wohnungsbauprojekte, der Reaktivierung von industriellen Brachflächen und der Ansiedlung von neuen Unternehmen aus der Freizeitwirtschaft (Movie Park Bottrop, Alpincenter). Bereits früh hat er die Zeichen der Zeit erkannt und die lokale Politik von der Notwendigkeit der Investition in kommunale Infrastruktur überzeugt. Sanierung und Neubau von Schulen, Straßen, Sportanlagen gehören dazu.
Nach wie vor ist die Stadtentwicklung sein Tätigkeitsschwerpunkt.
Aktuelles Großprojekt für den Technischen Beigeordneten ist die Umgestaltung der Innenstadt. Ein neues Einkaufszentrum wird zentrenverträglich in der City und nicht auf der grünen Wiese realisiert. Dazu wird der zentrale Omnibusbahnhof verlegt und anschließend an alter Stelle neu gebaut.
Und, und, und. Bernd Tischler ist die personifizierte Rastlosigkeit. Neues begeistert, Altes fasziniert ihn. Projektideen werden so schnell geboren und entwickelt, dass die Mitarbeiter oft ihre liebe Müh und Not haben, Schritt zu halten. Aber Bernd Tischler kann begeistern, er kann Menschen mitnehmen und mitreißen.
Auch privat hat der Kandidat der SPD sein Glück in Bottrop gefunden. Verheiratet und Vater zweier Kinder ist er fest in der Stadt, im Ruhrgebiet verwurzelt. Er mag die unkomplizierte und zupackende Art der Menschen in der Region, er mag die direkte und offene Ansprache von Problemen und wie man sie angeht. Er fühlt sich sichtlich wohl in der Stadt. Kontaktfreudig findet er schnell den Zugang zu den Menschen und die Menschen suchen ihn. Nicht nur zur Freude der Familie, die nur allzu oft auf den Vater und Ehemann verzichten muss.
Die wenige verbleibende Freizeit gehört der Familie und dem Sport. Der begeisterte Marathonläufer holt sich in den Wäldern und Grünanlagen der Stadt (mehr als 50% des Stadtgebietes sind grün - wer hätte das von einer Stadt im Ruhgebiet gedacht) die Kondition und Fitness, die er für den Beruf und seine politischen Ambitionen benötigt.





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