Pressemitteilung:

  • 19. Juni 2007

Karl Schultheis: Wir brauchen eine neue soziale Öffnung der Hochschulen

Karl Schultheis, hochschulpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, erklärte zu der heute vorgelegten 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks über die soziale Lage der Studierenden in Deutschland: "Wir möchten uns bei den Studentenwerken für diese Mammutarbeit bedanken. Die umfangreiche Studie gibt der Politik in Bund und Ländern genaue Hinweise für die Agenda der kommenden Jahre. Wir müssen die Chancengleichheit im Bildungssystem deutlich verbessern. Das gilt auch und insbesondere für unsere Hochschulen. Wir brauchen eine neue Initiative zur sozialen Öffnung der Hochschulen, wie sie von Johannes Rau bereits einmal angestoßen wurde."

Die Sozialerhebung zeigt, dass sich nach dem Jahr 2000 die Beteilung der Arbeiterkinder beim Hochschulzugang im erheblichen Umfang erhöht hat. Das ist der Erfolg der BAföG-Reform im Jahr 2001. Hieran gilt es anzuknüpfen, denn noch sind die Chancen in Deutschland ungleich verteilt. Während von 100 Akademikerkindern 83 den Hochschulzugang schaffen, sind es nur 23 Kinder aus hochschulfernen Familien.

"Die Studie zeigt klar, dass die von der SPD auf Bundes- und Landesebene angestoßene Initiative zur deutlichen Erhöhung des BAföG ohne Alternative ist. Denn ohne Breitenförderung, wird es auch keine Spitzenförderung geben. Deutlich wird aber auch, dass die Landesregierung durch die Einführung von Studiengebühren die soziale Schieflage im Land gesteigert hat. Mittlerweile geben 40 Prozent der Studierenden im Sommersemester 2006 an, dass sie die Finanzierung ihres Studiums als unsicher betrachten. Unsicherheit darf keine Grundlage für ein Studium in NRW sein", so Schultheis weiter.