Pressemitteilung:

  • 05. Dezember 2006

Marc Jan Eumann: Atomforschung ja bitte, Atomkraftwerke nein danke

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Marc Jan Eumann, erklärte heute zu den Plänen der Landesregierung, in Aachen und Jülich vier Forschungslehrstühle für Kerntechnik, Entsorgung und Strahlenschutz wieder neu zu besetzen: "Der Atomausstieg steht. Daran ist nicht zu rütteln. Einen Wiedereinstieg durch die kalte Küche wird die SPD nicht mitmachen. Eine Verlängerung der Laufzeiten wird es mit uns nicht geben, genauso wenig wie eine Wiederbelebung des technologischen Schreckgespenstes Hochtemperaturreaktor."

FDP-Minister Pinkwart habe in seiner Pressekonferenz dafür geworben, die Laufzeiten für die Kernkraftwerke um acht bis zehn Jahre zu verlängern. Darüber hinaus schlug er vor, dass Deutschland sich wieder an der Entwicklung von Hochtemperaturreaktoren beteiligen solle. "Das lehnt die SPD-Landtagsfraktion als unsinnig ab. Der letzte kommerzielle Hochtemperaturreaktor, der THTR-300 in Hamm-Uentrop, kam aufgrund vieler Schwierigkeiten nie über den Probebetrieb hinaus und wurde knapp fünf Jahre nach seiner ersten nuklearen Reaktion im September 1988 zur Revision abgeschaltet und ein Jahr später endgültig stillgelegt. Der Reaktorkern selbst kann erst voraussichtlich 2029 abgebaut werden, da die Strahlung noch zu hoch ist", betonte Eumann.

Er sprach sich aber dafür aus, die Frage der Sicherheitsforschung bei der Atomenergie nicht mit dem beschlossenen Ausstieg aus der Kernenergie zu vermischen: "Eines muss klar gesagt werden: Es werden weiterhin Ingenieure für den Betrieb und die Entsorgung der alten Kernkraftwerke gebraucht. Die Rahmenbedingungen in Deutschland machen Forschung und Ausbildung im Bereich der Kernenergie weiterhin notwenig. Bis das letzte Atomkraftwerk in Deutschland abgeschaltet wird, werden wir auch Sicherheitsforschung brauchen. Weiterhin muss die schwierige Frage des Endlagers noch gelöst werden. Hier hat die Forschung auch einen klaren Auftrag. Solange wir in anderen Bereichen, wie zum Beispiel der Nuklearmedizin, mit radioaktiven Stoffen arbeiten müssen, wird insbesondere der Strahlenschutz immer ein Forschungsgebiet sein. Aus all diesen Gründen ist der Bedarf an gut ausgebildeten Arbeitskräften und Technologie auf hohem Niveau in den nächsten Jahren groß genug, um Aktivitäten auf diesen Feldern zu rechtfertigen."