Pressemitteilung:
Hannelore Kraft: Amoklauf muss Anlass für breite gesellschaftliche Debatte sein
"Ganz Nordrhein-Westfalen ist erschüttert über den Amoklauf des 18-jährigen Ex-Schülers an seiner ehemaligen Schule in Emsdetten. Es ist erschreckend, mit welcher Brutalität der junge Erwachsene insgesamt 37 Menschen verletzte und sich letztendlich dann selbst tötete. Auch wenn es glücklicherweise keine weiteren Toten gegeben hat, bleiben der tiefe Schock und das Trauma der betroffenen Schüler, Lehrer und Eltern. Die Tat von Emsdetten steht daher in einer traurigen Linie mit dem Amoklauf von Erfurt. Statt zur Tagesordnung überzugehen brauchen wir eine breite Debatte über die gesellschaftlichen Ursachen einer zunehmenden Gewaltbereitschaft unter jungen Menschen. Wir wollen damit im Landtag beginnen und haben in drei Ausschüssen jeweils eine Aktuelle Viertelstunde beantragt", erklärte die Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Hannelore Kraft, heute in Düsseldorf. Um die Entwicklung genau analysieren zu können und um entsprechende Konsequenzen zu ziehen, solle die Landesregierung zunächst aus dem jeweils speziellen Blickwinkel im Ausschuss für Schule und Weiterbildung, im Ausschuss für Generationen, Familie und Integration sowie im Innenausschuss berichten.Kraft bekräftigte, dass man in der Bekämpfung der Gewalt unter jungen Menschen zu einem parteiübergreifenden Konsens kommen müsse. "Wir müssen die sozialen Netze wieder enger knüpfen. Staat und Gesellschaft stehen in der Pflicht, frühzeitig und genauer hinzuschauen, wo konkret die Verhältnisse aus dem Ruder laufen. Da müssen wir gezielt ansprechen und den Familien, Lehrern, Betreuern konkrete Hilfen anbieten. Wir können nicht warten, bis die Betroffenen von sich aus kommen", sagte die Fraktionsvorsitzende. Es sei daher der falsche Weg, bei den Betreuungsangeboten und in der Familien- und Jugendhilfe zu sparen, kritisierte Kraft. "Vorsorge rechnet sich. Fehlentwicklungen im Nachgang zu korrigieren, ist bedeutend teurer."
Ein Verbot von gewaltverherrlichenden Computerspielen lehne die SPD-Landtagsfraktion ab, ergänzte Kraft. "Eine vordergründige Symbolpolitik hilft nicht weiter. Das lenkt nur von den tieferen gesellschaftlichen Ursachen ab. Im Übrigen reicht die bestehende Rechtslage gegen Computer-Gewalt-Spiele aus." Gleiches gelte für Forderung, alle Schulen zur Waffenkontrolle mit Metalldetektoren auszustatten. Kraft: "Das ist eine Überreaktion."

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