Pressemitteilung:

  • 17. November 2006

Ute Schäfer: Verwirrendes Zahlenspiel zum Unterrichtsausfall

Als "grundsätzlich erfreulich" wertete die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Ute Sch&228;fer, dass der Unterrichtsausfall in den nordrhein-westfälischen Schulen gesunken ist. "Die von Schulministerin Barbara Sommer vorgestellten Ergebnisse der Stichprobe werfen allerdings Fragen auf", sagte Schäfer. "Erstens: Um wie viel ist der Unerrichtsausfall tatsächlich gesunken? Zweitens: Warum wurden die Schulen anders als bei den vergangenen Untersuchungen bewusst vorher über den Erhebungszeitraum informiert? Drittens: Wurde der Unterrichtsausfall durch Programme wie EVA (Eigenverantwortlicher Unterricht ohne Lehrer) vermieden, bei denen Schülerinnen und Schüler vor Beginn der Unterrichtsstunde Aufgaben erhalten, die sie dann ohne Betreuung durch eine Lehrkraft lösen müssen?" Das würde bedeuten, so Schäfer, dass die Schüler zwar in der Schule sitzen, aber keinen Unterricht haben.

In der heutigen Pressekonferenz habe Schulministerin Sommer behauptet, der Unterrichtsausfall sei um die Hälfte reduziert worden, obwohl das Ergebnis der Stichprobe anders laute. "Der Unterrichtsausfall ist laut Ergebnis der Stichprobe um 1, 4 Prozent gesunken. Frau Sommer behauptet dagegen, er sei um 2,1 Prozent reduziert worden", bemerkte Schäfer. "Das wird die Ministerin dem Landtag erklären müssen. Genauso die Tatsache, dass ihr Staatssekretär Günter Winands in einer Besprechung Mitte Mai den Vorsitzenden der Lehrerverbände den Termin der Erhebung zum Unterrichtsausfall vorab bekannt gegeben hat. " Außerdem falle auf, dass die zahlreichen Zuschriften von Eltern, die sich über Unterrichtsausfall beklagen, dem Ergebnis der Stichprobe so deutlich widersprechen.