Pressemitteilung:

  • 16. November 2006

Claudia Nell-Paul: Kabale statt Liebe an der Ruhr – Unwürdiges Gezerre um die Organisation der Kulturhauptstadt

„Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff legt eine One-Man-Show hin und agiert nach Gutdünken, angeblich im Namen des Landes. Mit seinem Ruf nach einem internationalen künstlerischen Projektleiter mischt er die Kulturszene auf. Viel Vertrauen in die eigenen Stärken des Ruhrgebiets hat er offensichtlich nicht", kommentierte Claudia Nell-Paul, kulturpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, das unwürdige Gezerre um die Organisation und Struktur der Ruhr 2010 GmbH. Nell-Paul unterstrich, dass der Titel „Kulturhauptstadt 2010“ in erster Linie der Stadt Essen und dem Ruhrgebiet gehöre. „Jetzt will das Land nach dem Motto »Ruhrgebiet ist überall« das Zepter in die Hand nehmen. Die Irritationen, die dadurch bereits entstanden sind, haben dem positiven Image der Region in Europa geschadet. Die tragenden Säulen und Ideengeber, die mit ihrem Engagement den Titel ins Ruhrgebiet geholt haben, werden nun an den Rand gedrängt", kritisierte die Kulturpolitikerin.

Besonders problematisch sei, dass die schwarz-gelbe Landesregierung nicht in der Lage sei, das Parlament vernünftig zu informieren. "Am Mittwoch redete Europaminister Breuer dazu, ohne mit dem Thema wirklich vertraut zu sein", stellte Nell-Paul fest. Die Frage, ob die Landesregierung mit Peter Sellars Gespräche führe, um ihn für die künstlerische Geschäftsführung zu gewinnen, wurde von Minister Breuer einmal mit 'ja' und einmal mit 'nein' beantwortet. Nell-Paul: „Nun herrscht also weiterhin Unklarheit über die Zusammensetzung der Geschäftsführung.“

Nell-Paul erläuterte, dass momentan Kulturdezernenten, Institutsleitern und allen kreativen Köpfen nichts anderes übrig bliebe, als mit Briefen, Stellungnahmen und öffentlichen Appellen auf die Landesregierung einzuwirken. "Die Verantwortlichen insbesondere in der 'Ruhr 2010 GmbH' müssen sich der kulturellen Stärken der Region besinnen und am Ansatz eines partnerschaftlichen, interkommunalen Projektes festhalten. Vernetzung und Nachhaltigkeit sowie die Themen Globalität, Integration und Identität der Region sind und waren die Grundaussagen, die bei der Bewerbung Kulturhauptstadt Ruhrgebiet 2010 zur Überschrift »Wandel durch Kultur, Kultur durch Wandel« führten“, argumentierte Nell-Paul. „Für diesen ambitionierten Prozess bedarf es einer Gesamtverantwortung und Gesamtprojektleitung.“