Pressemitteilung:
Claudia Nell-Paul: Verhalten von Kultur-Staatssekretär bei Heine-Preis ist inakzeptabel
Mit Unverständnis hat die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Claudia Nell-Paul, auf die Entscheidung der Jury reagiert, den Heinrich-Heine-Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf an Peter Handke zu vergeben: „Der Heinrich-Heine-Preis würdigt nicht nur das literarische Schaffen eines Künstlers, sondern es werden Persönlichkeiten geehrt, die im Geiste Heines wirken. Nach den Auftritten und Äußerungen von Peter Handke zum ehemaligen serbischen Diktator Slobodan Milosevic ist es mehr als fragwürdig, ob Handke diesem Anspruch gerecht werden kann. Die Begründung der Jury, Handke verfolge eigensinnig wie Heinrich Heine den Weg zu einer 'offenen Wahrheit', klingt angesichts der vielen Opfer geradezu zynisch.“Die Düsseldorfer SPD-Abgeordnete hoffe nun auf die anstehende Rats-Entscheidung. Zwar sei die Unabhängigkeit der Jury ein hohes Gut, so Nell-Paul, dagegen stünden aber die Zukunft des geachteten Heine-Preises sowie der gute und weltoffene Ruf der Stadt Düsseldorf. Deshalb empfehle sie, dem Votum der Heine-Jury nicht zu folgen.
Für die Zukunft schlägt Nell-Paul vor, die Vergabe des Heinrich-Heine-Preises an eine Zweidrittel-Mehrheit in der Jury zu binden. Darüber hinaus hoffe sie auf Juroren, die sich ihrer Verantwortung bewusst seien. Nell-Paul: „Das kann man vom Vertreter der schwarz-gelben Landesregierung in der Jury, Herrn Kulturstaatssekretär Grosse-Brockhoff, nicht behaupten. Es ist inakzeptabel, dass Grosse-Brockhoff bei einer solch bedeutenden Entscheidung wegen 'einer schweren Auseinandersetzung mit Düsseldorfs Oberbürgermeister Erwin' nicht an der Sitzung teilnahm." Es müsse die Frage beantwortet werden, wie Grosse-Brockhoff in Zukunft seine Amtsgeschäfte mit der Landeshauptstadt Düsseldorf erledigen wolle. „Seine Arbeit als Chef der Staatskanzlei ist schon oft kritisiert worden; ein weiteres Versagen als Staatssekretär für Kultur darf die Landesregierung nicht unkommentiert hinnehmen“, erklärte Nell-Paul.

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