Pressemitteilung:

  • 08. Februar 2006

Rainer Schmeltzer: Die dritte Säule der Ausbildung bröckelt bevor der Mörtel trocken ist

Die heutige Anhörung des Landtags zum Werkstattjahr hat gezeigt, dass das Werkstattjahr die Erwartungen nicht erfüllen kann, die Arbeitsminister Laumann darin gesetzt hat. "Das Werkstattjahr war der erste Schuss aus der Hüfte des Arbeitsministers. Die Jugendlichen brauchen jedoch keinen Cowboy, sondern Sozialpädagogen und Sozialarbeiter, aber vor allem berufliche Perspektiven. Der Arbeitsminister ist zu kurz gesprungen und muss nachbessern", bilanzierte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Rainer Schmeltzer, nach der Anhörung in Düsseldorf.

Die Experten waren sich einig, dass das Werkstattjahr gut gemeint ist, jedoch an den meisten Jugendlichen der Zielgruppe vorbei geht. Die Schulen, Betriebe und jungen Menschen erfahren keine sozialpädagogische Betreuung, die nach Meinung der Fachleute unabdingbar ist. Sie brauchen einen Ansprechpartner, der die schwierigen sozialen Situationen der Betroffenen in die Betreuung mit einbezieht und der nicht zu Lasten des Lehrerkollegiums geht.

"Die Anhörung hat gezeigt, dass die Akzeptanz vor Ort längst nicht gegeben ist. Noch mehr Praktikumsplätze drohen ohnehin schon fehlende Ausbildungsplätze zu verdrängen. Bestehende Programme sollten vielmehr weiter ausgebaut werden," sagte der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion.

Das Werkstattjahr solle aber der Grundstein der Landesregierung zur Errichtung einer dritten Säule des Ausbildungsmarktes sein, warnte Schmeltzer: "Doch schon heute wurde deutlich: Diese Säule ist sehr, sehr brüchig."