Pressemitteilung:
SPD-Fraktion stellt Große Anfrage: Automobilindustrie benötigt Innovationsschub und Kompetenzoffensive
"IG Metall, Betriebsräte und Unternehmen sind auf dem richtigen Weg zur Standortsicherung in der Automobilindustrie. Ich frage mich jedoch: Wo ist das Engagement der schwarz-gelben Landesregierung?", kommentierte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Marc Jan Eumann, die Ergebnisse einer Tagung der IG Metall in Dortmund mit Betriebsräten aus der Automobilzuliefererbranche. Die IG Metall habe mit ihren Initiativen 'besser statt billiger' und 'Arbeit durch Innovation' das Instrumentarium für eine verbesserte Qualifizierung der Beschäftigten in den Betrieben an die Hand gegeben und die nordrhein-westfälischen Hersteller Ford, Opel und Mercedes böten wieder Automobile an, die am Markt nachgefragt werden, stellte Eumann fest. Um diesen Prozess zu unterstützen, habe die SPD-Fraktion eine entsprechende Große Anfrage (Drucksache 14/696) gestellt. "Die Automobilbranche macht offenbar ihre Hausaufgaben. Die derzeitige Wirtschaftsministerin Christa Thoben hat aber das Thema Industriepolitik offensichtlich für sich noch nicht entdeckt. Die Landesregierung hat bisher kein Konzept vorgelegt, wie sie sich eine der Zukunft zugewandten Industrielandschaft in Nordrhein-Westfalen vorstellt", kritisierte Eumann.Norbert Römer, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, ergänzte: "Wir müssen mit innovativen Produkten und qualifizierten Mitarbeitern dafür sorgen, dass wir besser sind als andere Standorte. Daher müssen Industrie, Wissenschaft und Qualifizierung noch enger zusammenrücken. Wir haben hier in Nordrhein-Westfalen die ideale Infrastruktur für ein erfolgreiches Industrieland. Wir müssen unsere industriepolitischen Chancen jedoch auch ergreifen."
Marc Jan Eumann: "Mit unserer Großen Anfrage zur Zukunft der Automobilindustrie in NRW geben wir der Landesregierung zahlreiche Hinweise, wie der notwendige Innovationsschub sowie eine Kompetenzoffensive organisiert werden kann. Schließlich hängt jeder siebte Arbeitsplatz vom Auto ab." Nordrhein-Westfalen müsse für den Automobilsektor die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten verstärken. Als führender Logistikstandort Europas könnten die Kosten für Güterströme und Distribution gelenkt werden, forderte Eumann. Gemeinsam mit den Hochschulen, Unternehmen, Gewerkschaften und Betriebsräten müsse die Landesregierung neue Kooperationsmodelle zwischen den Herstellern und Zulieferern entwickeln; 'Staat aktiviert Privat' müsse die Devise lauten. "Ansonsten ist zu befürchten, dass zunehmend Industriearbeitsplätze nach Osteuropa und Asien abwandern, obwohl wir hier die effizientesten und innovativsten Unternehmen und hoch motivierte sowie qualifizierte Beschäftigten haben", sagte Eumann.

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