Meldung:
Sozialistische Internationale will Kriegsgefahr im Irak bannen und schlägt Alternativen vor
Der Leiter der SPD-Delegation bei der Ratstagung der Sozialistischen Internationale in Rom, Christoph Zöpel, teilt mit:
Die Sozialistische Internationale verabschiedete auf ihrer Ratstagung in Rom am 21. Januar eine Resolution, dass der Krieg im Irak nicht unvermeidlich ist. Die sozialdemokratischen Mitgliedsparteien der SI sprechen der UNO ihre volle Unterstützung aus, die Sicherheitsresolution 1441 vollständig umzusetzen und so alle Massenvernichtungswaffen im Irak zu beseitigen.Schwerpunkte der SI-Resolution sind:
1. Die UN-Inspektoren benötigen uneingeschränkt Zeit, um ihren Auftrag zu erfüllen.
2. Sollten die Inspektoren Waffen finden, sind diese zu zerstören.
3. Inspektionen der UN sollten als permanente Einrichtung beschlossen werden.
4. Die Sicherheitsresolution 1441 stellt keine Ermächtigung für militärische Maßnahmen dar.
5. Auf die Berichte der UN-Inspektoren sollten neue Beschlüsse des Sicherheitsrats folgen.
6. Einseitige Militäraktionen werden entschieden abgelehnt.
7. In jedem Falle haben diplomatische Maßnahmen Vorrang vor militärischen.
8. Die demokratische Opposition im Irak hat die volle Unterstützung der Mitgliedsparteien der SI.
Grundlage der Resolution und der Empfehlungen ist das Bekenntnis der SI zum absoluten Vorrang des Völkerrechts, was militärische Maßnahmen nur als äußerste Reaktion der internationalen Gemeinschaft zulässt.
IRAK-RESOLUTION
(beschlossen auf dem Treffen des Rates der Sozialistischen Internationale, Rom, Italien, 20. &8211; 21. Januar 2003)
Die Gefahr eines bevorstehenden Krieges ruft in der ganzen Welt Ängste hervor. Die Sozialistische Internationale bekräftigt, dass ein Krieg nicht unvermeidbar ist. Es sollte alles Mögliche getan werden, um einen Krieg zu vermeiden: Wir müssen dem Frieden eine Chance geben.
Deshalb geben wir dem UN-Generalsekretär unsere volle Unterstützung dafür, seine Bemühungen in Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des Sicherheitsrates fortzusetzen, damit die Aufgaben der UN-Waffeninspektionen erfüllt und weiterhin alle erforderlichen Bedingungen für ihren Erfolg gewährleistet werden; wir unterstützen ferner die Vereinten Nationen darin, ihre Verantwortung in Übereinstimmung mit den Erklärungen von Kofi Annan wahrzunehmen.
Die Sozialistische Internationale
Der Einsatz von Gewalt zur Aufrechterhaltung oder Durchsetzung des Friedens darf nicht auf dem einseitigen Urteil der Mächtigen, sondern muss auf der Achtung des Völkerrechts beruhen und darf nur auf Veranlassung oder zumindest mit ausdrücklicher Zustimmung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen erfolgen. So unvollkommen dieser auch sein mag, ist er das einzige Gremium, welches die Legitimation besitzt, Entscheidungen im Namen der internationalen Gemeinschaft zu treffen. Unter diesem Blickwinkel sehen wir auch die jüngsten Entwicklungen in der Irak-Krise und der Nordkorea-Krise. Wir möchten erneut unsere Überzeugung bekräftigen, dass militärische Lösungen immer das allerletzte Mittel in den Bemühungen um einen gerechten Frieden sein müssen, wenn alle anderen politischen und diplomatischen Mittel ausgeschöpft sind, und dass die internationale Gemeinschaft und die sie rechtmäßig vertretenden Institutionen auf der Grundlage klarer Kriterien und ohne jeglichen politischen oder ökonomischen Opportunismus agieren müssen. Gleichermaßen können wir nicht zulassen, dass die internationale Gemeinschaft von einem einzelnen Staat als Geisel benutzt wird. Dies ist die einzige Möglichkeit, um das Vertrauen in die Institutionen, welche die internationalen Beziehungen regeln, aufrecht zu erhalten.

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